US-Schuldenkrise
Top-Ökonom fordert G8 zum Handeln auf

Der Chef des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), Klaus Zimmermann, erwartet vom nächsten Gipfel der größten Industriestaaten einen Notplan gegen die Überschuldung.
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DüsseldorfAngesichts der Schuldenkrisen in den USA und Europa sieht der Bonner Wirtschaftsprofessor Klaus Zimmermann die Gruppe der acht führenden Industriestaaten (G8) unter Handlungsdruck. „Daraus können wir nur lernen, dass der nächste Gipfel der G8 nur ein zentrales Thema haben darf: Wie bekommen die Industriestaaten das Problem der staatlichen Überschuldung nachhaltig in den Griff“, sagte der Direktor des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) Handelsblatt Online. „Hierzu brauchen wir langfristig verlässliche Verabredungen, es ist fünf vor zwölf.“.

Bekanntlich hätten die USA schon beim G8-Gipfel in Deauville Ende Mai einen klaren und glaubwürdigen Rahmen zur mittelfristigen Haushaltskonsolidierung versprochen. „Das jetzige Drama ist doch nur die Folge davon, dass dieses Versprechen nicht eingehalten wurde.“ An diesem Thema müsse auch die Euro-Zone mitarbeiten. „Andernfalls droht das Schuldenproblem zur größten  weltwirtschaftlichen Belastung des 21. Jahrhunderts zu werden“, sagte Zimmermann. Insofern seien die Vorgänge in den USA auch eine Warnung: Die laxe Politik des „Deficit Spending“ über automatische Stabilisatoren hinaus müsse für immer vorbei sein.

Die US-Demokraten wollen unterdessen einen neuen Anlauf für einen Kompromiss mit den Republikanern nehmen. Der Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, verschob gestern eine Testabstimmung über einen Vorschlag der Demokraten zur Erhöhung der Schuldenobergrenze. Die Abstimmung soll heute Abend stattfinden. Reid betonte in Washington, man habe zwar in vielen Punkten eine Einigung erzielt. Einige Fragen seien aber weiter offen. Der republikanische Senator Mitch McConnell sagte, er sehe Chancen für eine Übereinkunft. Gibt es bis Dienstag keine Lösung, droht den USA die Zahlungsunfähigkeit.

Wenig optimistisch beurteilte der Ökonom Zimmermann die Situation in den USA. „Aus der Sachlage heraus ist eine Abstufung der Bonität der Vereinigten Staaten unvermeidlich“, sagte er. Denn die Voraussetzungen für eine langfristige Sanierung des amerikanischen Haushaltes seien nicht erkennbar. Die Aufschub versprechende Formalie einer Erhöhung der Verschuldungsgrenzen löse das Problem nicht. „Letztlich werden die Rating-Agenturen die Top-Bonität der USA auch nach einem solchen Schritt in Zweifel ziehen, wenn diese nachhaltigen fiskalischen Verbesserungen nicht in Sicht sind“, sagte er.

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  • Es ist doch klar, das unsinnige Ausgaben der Industrienationen in Zukunft nicht mehr getätigt werden können. Das darunter einige Branchen leiden werden ist auch klar. Aber man kann Investitionen nicht einfach abwürgen, damit setzt man das Land einem Stress aus, was die Griechen z.Bsp gerade erleben ist wirtschaftlicher Unsinn seitens der EU.

    Aber es ist auch kein Grund sich zu beunruhigen.
    Ich sehe da positive Zeichen, vor allem das Arbeit in DL auch wieder gerecht entlohnt wird. Was in vielen Branchen derzeit nicht der Fall ist. Der grenzenlose Kapitalismus, der das Geld von unten nach oben verteilt, rennt sich selbst tot und droht dabei die Gesellschaft mit zu reißen.

    Die Aufgabe der Regierungen der Zukunft heißt nicht, wie hoch ist mein BIP sondern, was Verdienen die Menschen in meinem Land. Wird das mehr oder weniger... das ist die wahre Kennzahl für Wohlstand- denn es zählt was beim Volk ankommt, damit die auch was ausgeben können. Und da ist DL wie auch die USA innerhalb der letzten 10 Jahre mit minus 20-22% im Schnitt Vorreiter. Die Gehälter werden gekürzt zugunsten von Aktionären und Eigentümern. Der AN blutet für den Wohlstand anderer.

    Ob wir 0,5%- oder 4 % BIP Produkt haben sagt schon längst nichts mehr darüber aus ob es den Menschen gut geht. Die Politik muss sich viel mehr fragen wie viel von den Gewinnen kommt noch beim AN, und in der Steuerkasse, an. Steuersenkungen, zugunsten der Privatwirtschaft, haben leider auch immer zur Folge das es dem Volk schlechter geht, weil weniger investiert wird.

    Das System muss insgesamt Fairer und Gerechter in der Verteilung werden.

    Kapitalismus JA, stehe ich dahinter. Aber bitte nicht wenn er zu einem Geschwür der Gesellschaft heranreift, das alle auffressen will. Soziale Marktwirtschaft bedeutet etwas anderes als das was wir derzeit erleben.

    Wenn die Politik verhindern will das sich Wähler massenhaft von ihnen abwenden, muss sie so langsam in Gänge kommen und auch für Ihr Volk Regieren.

  • Es ist doch ganz einfach zuviel Geld vorhanden, das angelegt werden muß.
    Geld, das nichts anderes ist als Gutscheine für künftige von "den anderen" zu erbringende Leistungen.

    Diese Gutscheine haben aber ein Problem: Für (zu-)viele ist es zu verlockend einfach einen Gutschein auszustellen und sich nicht darum zu scheren wer ihn eines Tages einzulösen hat.

    Andererseits kann mit Geld natürlich ein Sachwert wie z.B. ein Anteil an einer Firma oder eine Immobilie gekauft werden. Aber hier ist das Problem, dass es weltweit nicht genügend Anlage-Objekte gibt.

  • Wir können nicht über unseren Verhältnissen gelebt haben, denn
    1. Es gab genug Flüge.
    2. Es gab genug Autos. Etc.

    Dass das Währungssystem nicht länger als 70 oder 80 Jahre funktioniert ist normal und es ist auch normal, dass JEDE Wirtschaft auf Pump lebt: immer.

    Das gilt auch für China, Asien, Südamerika und Co. Machen sie nur nicht den Fehler das Geldsystem als Anker dafür zu nehmen was man sich leisten kann. Man kann sich leisten was da ist. Das Geldsystem übernimmt nur die Verteilung und das mit der Zeit immer schlechter. Die Darstellung geht immer weiter weg von der Realität.

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