International
US-Soldaten sterben bei Anschlag im Irak

Bei einem schweren Anschlag sind im Irak vier US-Soldaten getötet worden.Der Anschlag wurde nahe der Ölförderstadt Baidschi rund 180 Kilometer nördlich von Bagdad durchgeführt. Mehrere US-Fahrzeuge waren durch die Explosion einer Bombe zerrissen worden.

HB BAGDAD. Angesichts der anhaltenden Gewaltwelle mahnte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld rasche Fortschritte in der Debatte über die irakische Verfassung an, damit wieder Stabilität im Irak einkehren könne.

Das US-Militär nahm nur knapp zu dem Anschlag nahe Stellung. Ein großer Krater auf der Schnellstraße sowie Angaben der irakischen Polizei ließen jedoch darauf schließen, dass die US-Fahrzeuge durch die Explosion einer Bombe oder Landmine zerrissen wurden. Dabei handelte es sich möglicherweise um eine Art von Sprengsatz, der über eine größere Zerstörungskraft verfügt als die bislang von den Aufständischen eingesetzten Waffen. Nur wenige Stunden vor dem Angriff in Baidschi, der sich gegen Mitternacht ereignete, hatte US-General Richard Meyers vor Journalisten im Pentagon betont, dass seine Soldaten ihre Taktik auf solche mit neueren Technologien versehenen Sprengsätze umstellen müssten. Erst Anfang August waren ein gepanzertes US-Militärfahrzeug von einer Landmine zerrissen und dabei 14 Marine-Infanteristen getötet worden.

Bei einem weiteren Anschlag in Bagdad wurden am Mittwoch sechs Menschen getötet, darunter zwei Polizisten. Ein Selbstmordattentäter war mit einem Auto in eine Polizei-Streife gerast und hatte seinen Sprengsatz gezündet.

Rumsfeld sagte auf der Pressekonferenz, dass das Blutvergießen vor dem für Mitte Oktober zur Verfassung geplanten Referendum sowie den Wahlen zwei Monate später weiter zunehmen könne. Umso wichtiger sei es, dass die irakische Führung sich keine größeren Verzögerungen bei der Ausarbeitung des Verfassungsentwurfs erlaube. Dies sei entscheidend, wenn in dem Land wieder Ruhe einkehren und die Unterstützung für die Rebellen untergraben werden solle. Die Aufständischen im Irak kämpfen seit Monaten mit Anschlägen gegen die Präsenz ausländischer Truppen und die demokratische Neuordnung des Golfstaats.

Auch die von den USA unterstützte irakische Regierung ist der Ansicht, dass der Weg zu mehr Stabilität unter anderem über die Verabschiedung einer Verfassung führt. Daher hält Präsident Dschalal Talabani in dieser Woche mehrere Gesprächsrunden ab, um die ins Stocken geraten Debatte aufzulösen. Einen ersten Erfolg vermeldete sein Sprecher am Mittwoch. Die Vertreter der einzelnen religiösen und ethnischen Gruppen hätten sich darauf geeinigt, dass ein Entwurf bis zum 15. August vorliegen solle, sagte er. Eine der Schlüsselfragen sei derzeit, inwieweit der Autonomiestatus für einzelnen Regionen ausgedehnt werde, insbesondere für Kurdistan.

Beobachter bezweifeln allerdings, dass allein eine neue Verfassung für mehr Stabilität sorgen werde. Nach wie vor bereiten den Irakern im Alltag ganz andere Dinge Sorgen, wie etwa die mangelhafte Stromversorgung. In den Kommentaren der Bagdader Tageszeitungen kritisierten die Journalisten denn auch am Mittwoch, die Debatte um die Verfassung zeige, dass die führenden Politiker den Bezug zu den Problemen der normalen Menschen verloren hätten. Die Iraker würden mehr denn je unter der Zerstrittenheit in ihrer politischen Führung, hieß es etwa in einem Kommentar.

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