US-Verteidigungsminister zu Besuch
US-Soldaten fordern Verstärkung im Irak

US-Soldaten im Irak haben vom neuen Verteidigungsminister Robert Gates eine Verstärkung der Kampftruppen gefordert. Derweil hat sich Gates positiv über die Bemühungen der irakischen Regierung zur Verbesserung der Sicherheitslage geäußert.

HB WASHINGTON/BAGDAD. Die US-Regierung sei entschlossen, im Land und in der Hauptstadt für mehr Sicherheit zu sorgen, sagte Gates am Donnerstag in Bagdad. Er habe bislang unterschätzt, wie kompetent die Iraker an die Suche nach einem neuen Weg herangingen. Drei Tage nach seinem Amtsantritt führte Gates sein erstes Gespräch mit dem irakischen Regierungschef Nuri al-Maliki über mögliche zusätzliche Militärhilfe. Es sei darum gegangen, wie die USA die Bemühungen für mehr Sicherheit unterstützen könnten, sagte Gates.

Zuvor hatte sich in Bagdad ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt und 13 Iraker mit in den Tod gerissen. Die Männer wollten sich für den Dienst bei der Polizei bewerben. Ein Sprecher des Innenministeriums berichtete, der Mann habe seinen Sprengstoffgürtel inmitten der Bewerber gezündet, die am frühen Morgen vor dem Eingangstor der Polizeiakademie gewartet hatten. 15 Männer wurden verletzt.

„Wir brauchen hier wirklich mehr Leute“, sagte US-Soldat Jason Glenn dem Minister am Donnerstag in Bagdad. Mit einer größeren Truppenpräsenz könnten die Milizen lange genug in Schach gehalten werden, um die irakische Armee besser ausbilden zu können. US-Kommandeure in dem Golfstaat warnen dagegen nach Angaben hochrangiger Verteidigungskreise, eine Truppenaufstockung könne die Iraker davon abhalten, zügig selbst größere Verantwortung für die Sicherheit im Land zu übernehmen.

Im Irak vergeht kaum ein Monat ohne einen Anschlag auf Freiwillige, die sich für den Dienst bei der Armee oder der Polizei bewerben. Die US-Armee meldete am Donnerstag, in der westlichen Provinz Anbar hätten sich in den vergangenen Tagen 1115 Männer für den Polizeidienst gemeldet.

In der vorwiegend von Sunniten bewohnten Anbar-Provinz töteten Aufständische am Donnerstag zwei amerikanische Soldaten. Wie das US- Militärkommando weiter mitteilte, starb ein weiterer Soldat am Mittwoch bei einem Angriff südlich von Bagdad. Drei Soldaten wurden bei der Attacke auf eine Patrouille verletzt.

Die regierungsnahe irakische Zeitung „Al-Sabah“ berichtete am Donnerstag, das irakische Ölministerium verhandele derzeit mit drei amerikanischen Firmen über den Bau einer Raffinerie in der schiitischen Pilgerstadt Kerbala. Die Baukosten sollen bei etwa zwei Milliarden US-Dollar (rund 1,5 Mrd Euro) liegen.

Die großen Ölfelder des Iraks liegen in der vorwiegend von Schiiten bewohnten Stadt Basra im Süden und in der Vielvölkerstadt Kirkuk im Norden, deren Einbindung in das kurdische Autonomiegebiet die Kurdenparteien fordern. Um Bagdad herum und im Westen mit mehrheitlich sunnitischer Bevölkerung gibt es kein Öl. Deshalb wollen die Sunniten verhindern, dass die Öleinnahmen in den Regionen verteilt werden. Arabische Kritiker der US-Politik haben der Regierung in Washington wiederholt vorgeworfen, sie habe den Krieg im Irak nur geführt, um in der irakischen Ölindustrie Fuß zu fassen.

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