US-Wahl 2016
Jeb Bush kämpft ums Überleben

Muss Jeb Bush bald aufgeben? Im Präsidentschaftsrennen der Republikaner sieht es derzeit alles andere als gut für ihn aus. Bei der TV-Debatte am Mittwochabend muss er unbedingt punkten. Sonst wird es eng für ihn.

WashingtonDamit hat wohl keiner gerechnet. Als Jeb Bush Mitte Juni ins US-Präsidentschaftsrennen einstieg, galt er noch als klarer Favorit bei den Republikanern. Heute kann er sich glücklich schätzen, wenn sein Name in Umfrageergebnissen unter den Top Five erscheint, dümpeln doch seine Werte mit durchschnittlich 7,2 Prozent unter ferner liefen vor sich hin. Spendengelder werden knapp, und so krempelt Bush seine Wahlkampfmaschine um: weniger Mitarbeiter in der Zentrale in Miami, drastisch gekürzte Gehälter, weniger Ausgaben für Reisen.

Solche radikalen Maßnahmen haben in US-Wahlkämpfen häufig den Anfang vom Ende signalisiert. So wird Bush mittlerweile auch als einer jener Kandidaten genannt, dessen Sein oder Nichtsein sich in der nächsten Fernsehdebatte der Republikaner am Mittwoch (Ortszeit) entscheiden könnte.

Was ist schiefgelaufen mit der Kampagne des 62-Jährigen, der sich doch durchaus Hoffnungen machen konnte, als dritter Bush nach Vater George und Bruder George W. ins Weiße Haus einzuziehen?

Es liegt wohl weniger an Fehlern, die er begangen hat. Sicher glänzte der Ex-Gouverneur von Florida bei den bisherigen TV-Debatten nicht, wirkt weiter eher wie ein langweiliger Aktenfresser denn als leidenschaftlicher Kämpfer. Ihm scheint einfach das Feuer zu fehlen, zumal im Vergleich zu einem Donald Trump. Allerdings ist auch Ben Carson, nach Trump derzeit die Nummer zwei, keine Stimmungskanone.

Es ist wohl schlicht so, dass Bush mit Namen und Geschichte seiner Familie das prominenteste Opfer einer Strömung geworden ist, deren Stärke in dieser Form viele überrascht hat: eine ausgeprägte Abneigung gegen das politische Establishment.

Dass man diesen Trend gründlich unterschätzt hat, räumte das Bush-Lager selber in einem Memorandum ein. „Es ist kein Geheimnis, dass sich die Konturen dieses Rennens im Vergleich zu den anfänglichen Erwartungen geändert haben“, zitiert daraus die „New York Times“. Man habe nicht vorhergesehen, „dass ein TV-Reality-Star (...) das Feld der republikanischen Bewerber anführen würde“.

Bush hatte jedoch seinen Wahlkampf ganz darauf abgestellt, selber die Nummer eins zu sein oder zumindest an der Spitze mitzumischen. Ein Riesenapparat, jede Menge bezahlter Mitarbeiter, all das konnte er sich anfangs durchaus leisten. Er scheffelte bei weitem mehr Spenden als jeder andere republikanischer Mitbewerber - und er gab reichlich davon aus. Aber nun beginnen enttäuschte Geldgeber, sich von ihm abzuwenden.

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Bushs Vorteil ist sein dicker Geldbeutel

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