Donald Trump
Ein Populist will seriös werden

Nach Wahlkampfausrutschern ist Donald Trump in Umfragen zurückgefallen. Die Wende soll sein Wirtschaftskonzept bringen. Welche Vorschläge der US-Präsidentschaftskandidat am Abend wohl machen wird.

Manchester/WashingtonNach Wahlkampfausrutschern will Donald Trump mit der Präsentation seiner Wirtschaftsagenda wieder Tritt fassen. Am (heutigen) Montag wollte der republikanische Präsidentschaftsbewerber in einer Ansprache im US-Staat Michigan erklären, wie er mehr Jobs in den USA schaffen und das Land wettbewerbsfähiger machen will. Den Auftritt vor dem renommierten Detroit Economic Club sehen Beobachter zudem als Chance für den Immobilienmogul, sich inmitten einer schwierigen Phase seiner Kampagne als seriösen Kandidaten zu präsentieren.

Zuletzt hatte Trump mit seiner anhaltenden Fehde mit einer muslimischen US-Familie, deren Sohn als Soldat im Irakkrieg umkam, viel Kritik auf sich gezogen - auch aus den Reihen seiner eigenen Partei. Dass er sich dann tagelang weigerte, eine Wahlempfehlung für den republikanischen Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, auszusprechen, sorgte für eine weitere Ablenkung von Trumps Kampagne. Hinzu kommen Umfragen, wonach Wähler große Bedenken über sein Temperament und seine Eignung für das höchste Staatsamt haben. Hillary Clinton, Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, führt derzeit in den Umfragen. In einer Erhebung für die Washington Post und ABC liegt sie mit 50 zu 42 Prozent vorne. In einer Reuters/Ipsos-Umfrage waren es zuletzt nur drei Punkte.

Trump legt nun den Fokus auf das Thema Wirtschaft, das als eines seiner Steckenpferde gilt. Es wird erwartet, dass der Geschäftsmann in seiner Detroiter Rede seine Forderung nach einer Senkung der Unternehmenssteuer von derzeit 35 Prozent auf 15 Prozent bekräftigt. Damit will Trump das Land für neue Investitionen attraktiv machen. Zudem dürfte er für eine Abschaffung der Erbschaftssteuer und einen vorläufigen Stopp neuer Regulierungen werben.

Zu seinen konkreten Vorschlägen gehört auch eine Option für Eltern, die Kosten für die Kinderbetreuung komplett vom steuerpflichtigen Einkommen abzusetzen. Ferner dürfte Trump seine Forderung nach einer Stärkung der heimischen Energieproduktion erneuern. Dieser Plan soll nach Schätzungen seines Kampagnenteams in den kommenden 40 Jahren auf Kommunal- und Bundesebene zusätzliche sechs Billionen Dollar in die Staatssäckel spülen. Für neue Investitionen in die Infrastruktur dürfte sich Trump ebenso stark machen wie für eine Verbesserung der Schutzmaßnahmen für geistiges Eigentum.

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