US-Wahl
Donald Trump wird Kandidat der Republikaner

Die US-Republikaner haben Donald Trump als Präsidentschaftskandidat ihrer Partei nominiert. Sein Sohn bricht in spontanen Jubel aus. Nun muss der rechtspopulistische Quereinsteiger die Wahl noch anerkennen.

ClevelandEs ist eine der steilsten Blitzkarrieren in der jüngeren Geschichte der US-Politik. Innerhalb eines Jahres hat der umstrittene Immobilienmilliardär Donald Trump die Republikanische Partei erobert und ist nun ihr Präsidentschaftskandidat. Als krasser Außenseiter ohne jegliche politische Erfahrung gestartet, konnte der Rechtspopulist mit ebenso simplen wie radikalen Parolen die Frustrationen von Millionen von Wählern bündeln und 16 republikanische Konkurrenten ausstechen.

Beim Parteitag in Cleveland wurde der 70-Jährige am Dienstag formell als Präsidentschaftskandidat nominiert. Seine erste Reaktion kam über sein Lieblingsmedium Twitter: Die Nominierung sei eine "große Ehre". Er werde "hart arbeiten und euch nie im Stich lassen", kündigte Trump an.

Bei dem Parteitagsvotum erhielt der Rechtspopulist eine satte Mehrheit. Er kam auf 1725 Stimmen, die Schwelle zur absoluten Mehrheit lag bei 1237. Bei der Abstimmung wurden nacheinander die Delegiertenstimmen jedes einzelnen Bundesstaats abgerufen. Der Schlüsselmoment der Auszählung kam, als Trump die Schwelle zur absoluten Mehrheit überschritt.

Sein ältester Sohn war es, der in diesem Moment im Namen des Bundesstaates New York ans Mikrofon trat und die Nominierung seines Vaters verkündete. "Glückwunsch, Dad. Wir lieben dich!" rief Donald Trump junior dann aus. Er war in diesem Moment von den anderen drei erwachsenen Kindern des New Yorker Immobilienmoguls, Eric, Ivanka und Tiffany, umgeben.

Eine Instrumentalversion des Frank-Sinatra-Evergreens "New York, New York" erklang dann in der Halle, und Delegierte tanzten und schwenkten die Hände, Transparente und Hüte. Danach ging die Auszählung der restlichen Bundesstaaten weiter. Die Zählung erfolgte größtenteils in der alphabetischen Reihenfolge der Staaten, doch war das Votum von New York umverlegt worden, damit der Heimatstaat des Immobilienmagnaten seine Nominierung verkünden konnte.

"Es ist unglaublich. Es ist surreal. Ich bin so stolz auf meinen Vater", sagte Trumps älteste Tochter Ivanka dem TV-Sender CNN in einem in der Tagungshalle geführten Interview. Der Immobilienmilliardär war zu diesem Zeitpunkt nicht anwesend. Er soll zum Abschluss des Parteitags am Donnerstagabend seine Kandidatenrede halten, in der er die Nominierung formell akzeptiert.

Der Auftakt des Parteitags war für Trump allerdings alles andere als reibungslos verlaufen. Sein Wahlkampfteam musste seine Ehefrau Melania gegen Plagiatsvorwürfe verteidigen.

Das aus Slowenien stammende Ex-Model sah sich Spott und Kritik vor allem aus den sozialen Netzwerken ausgesetzt, weil ihre Parteitagsrede am Montag in Teilen ausgerechnet von der Präsidentengattin Michelle Obama abgekupfert gewesen sein soll. Trumps Wahlkampfmanager Paul Manafort suchte den Wirbel um die Rede als "absurd" abzutun.

Außerdem war der Parteitagsbeginn durch Tumulte unter den Delegierten gestört worden, die offenbarten, wie stark der Quereinsteiger die Republikaner nach wie vor spaltet. Trump-Gegner hatten vergeblich versucht, eine Änderung der Regularien für die Kandidatennominierung zu erreichen. Als ihr Vorstoß abgewiesen wurde, brachen sie in der Halle in lautstarke Proteste aus.

Nach den geltenden Regeln war die große Mehrheit der Delegierten an die Ergebnisse der Vorwahlen gebunden, die Trump klar gewonnen hatte. Der abgeschmetterte Vorstoß seiner Gegner zielte darauf ab, allen Delegierten die freie Wahl zu erlauben.

Trumps Nominierung wurde dann auch nicht von allen Delegierten bejubelt. "Das ist eine inszenierte Fernsehsendung, und wir sind darin nur Statisten", machte einer der Trump-Gegner, Beau Correll aus dem Bundesstaat Virgina, seinem Unmut Luft.

Trump war zu Beginn seines Präsidentschaftsrennens von vielen Republikanern belächelt und verspottet worden, hatte dann aber mit seinen radikalen Forderungen - wie etwa dem Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko, der Ausweisung von Millionen von illegalen Einwanderern und pauschalen Einreiseverboten als Anti-Terror-Instrument - eine rasch anschwellende Anhängerschaft gewonnen. Bei der Wahl im November wird er gegen die Ex-Außenministerin Hillary Clinton antreten, die kommenden Woche von einem Parteitag der Demokraten in Philadelphia nominiert werden soll..

In einer Umfrage von Reuters/Ipsos verringerte sich Clintons Vorsprung vor Trump auf sieben Prozentpunkte von 15 Punkten vergangene Woche. 43 Prozent der Befragten unterstützten Clinton, 36 Prozent Trump.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%