US-Wahlen
Der Moslem schafft's, die Veteranin verliert

Unter den Kandidaten bei den US-Kongress- und Gouverneurswahlen stachen einige besonders hervor - unter anderem, weil ihr Glaube, ihre Hautfarbe oder ihr Lebenslauf für die betreffende Region außergewöhnlich sind. Nicht alle derjenigen, die von den US-Medien zu Paradiesvögeln hochgejubelt wurden, haben es allerdings ins Parlament geschafft.

Die Irak-Veteranin Tammy Duckworth verpasste den Einzug ins Repräsentantenhaus: Die 38-Jährige verlor im Bundesstaat Illinois knapp gegen den Republikaner Peter Roskam. Duckworth, Majorin des Heeres, saß im November 2004 im Irak als Co-Pilotin in einem Black-Hawk-Helikopter, der von Rebellen beschossen wurde. Eine Panzerabwehrrakete zerriss ihre Beine, nur mit Mühe konnten Ärzte einen ebenfalls teilweise zerfetzten Arm retten. Duckworth geht nun mit Hilfe von Prothesen.

Dagegen gelang es dem 43-jährigen Demokraten Keith Ellison, als erstem Moslem in den US-Kongress gewählt zu werden. Der Afroamerikaner, der im Alter von 19 Jahren zum Islam übertrat, gewann einen Sitz in Minneapolis (Bundesstaat Minnesota). Ellison ist zugleich der erste Schwarze, der in dem Wahlbezirk in den Kongress gewählt wurde. Dem Anwalt kam zugute, dass in den vergangenen Jahren viele Muslime aus dem Bürgerkriegsland Somalia nach Minneapolis gekommen sind. Der Anwalt führte einen entschlossenen Anti-Kriegs-Wahlkampf. Ellisons politische Gegner hielten ihm vor, dass er als Mitglied des Abgeordnetenhauses von Minnesota selbst Gesetze ignoriert habe: Der Demokrat hatte Berichten zufolge unter anderem fünf Jahre lang keine Steuern gezahlt.

 Infografiken: Die Wahlergebnisse im Überblick

Als erster schwarzer Gouverneur im Neuengland-Staat Massachusetts schreibt der Demokrat Deval Patrick (50) Geschichte. Patrick schlug die Republikanerin Kerry Healey und ist erst der zweite afroamerikanische Regierungschef eines Bundesstaates in der Geschichte der USA. Der erste war Douglas Wilder in Virginia. Der bisherige Amtsinhaber in Massachusetts, der republikanische Gouverneur Mitt Romney, war nicht mehr angetreten.

Seit 1988 vertritt der Demokrat Herb Kohl seinen Bundesstaat Wisconsin im US-Senat. Auch bei seiner diesjährigen Wiederwahl musste sich der 71-jährige Geschäftsmann in einem sicheren demokratischen Wahlbezirk keine großen Sorgen machen. Kohl bringt seine politischen Gegner schon deshalb ins Schwitzen, weil er Millionensummen aus eigenem Vermögen in den Wahlkampf pumpen kann. Der Sohn jüdischer Einwanderer aus Polen und Russland machte zuerst Karriere im Familienunternehmen. 1985 kaufte Kohl die Basketballmannschaft Milwaukee Bucks und bewahrte das Team so in der Stadt. Dies brachte dem Demokraten anhaltend viele Sympathien ein.

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