USA-China-Beziehungen
USA lockern Visabedingungen für Chinesen

Zeichen des guten Willens oder wirtschaftlicher Winkelzug: Die USA lockern die Visabestimmungen für Chinesen. Washington hofft damit auf den benötigten Wachstumsschub und verspricht sich ein Vielfaches an Besuchern.
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WashingtonDie US-Regierung will chinesischen Geschäftsleuten, Studenten und Touristen ein längeres Aufenthaltsrecht in den Vereinigten Staaten gewähren. Die bisherige Zahl der Besucher aus der Volksrepublik von 1,8 Millionen im vergangenen Jahr solle damit mehr als vervierfacht werden, kündigte US-Präsident Barack Obama am Montag in Peking an. Nach Absprache mit der chinesischen Regierung solle ein Visum für Hochschüler und Austauschstudenten aus der Volksrepublik künftig fünf Jahre gültig sein. Die Gültigkeit der Aufenthaltserlaubnis für Geschäftsleute und Touristen wird demnach auf zehn Jahre verlängert.

Obama sprach am Rande des Gipfeltreffens des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (Apec) in Peking von einem „wichtigen Durchbruch, der unsere Volkswirtschaften ankurbeln und unsere Völker zusammenbringen wird“. Schon im vergangenen Jahr hätten chinesische Besucher der US-Volkswirtschaft 21 Milliarden Dollar (16,8 Milliarden Euro) und mehr als 100.000 Arbeitsplätze beschert. Vor diesem Hintergrund sei die nun getroffene Visa-Vereinbarung „ein wirklich großer Zugewinn“, sagte ein ranghoher US-Regierungsvertreter.

Obama fand bei seinem ersten China-Besuch seit fünf Jahren aber auch kritische Töne. So forderte er Peking einmal mehr auf, die strikte staatliche Kontrolle der Märkte und des Wechselkurses zum Dollar zu lockern sowie die Menschenrechte zu achten und Pressefreiheit zu gewährleisten. „Wir glauben an Meinungsfreiheit, wir glauben an Vereinigungsfreiheit, wir glauben an Offenheit im Regierungshandeln“, sagte Obama.

Der Demokratie-Bewegung in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong sprach er zwar nicht offen seine Unterstützung aus. Allerdings hoffe die US-Regierung darauf, „dass Gewalt vermieden wird“, sagte Obama. China verbittet sich jedwede Kommentare ausländischer Regierungen und Organisationen zu den Unruhen in Hongkong, die es als rein innenpolitische Angelegenheit betrachtet. Am Vorgehen der chinesischen Behörden, die Tränengas, Pfefferspray und Knüppel zur Niederschlagung der Proteste einsetzten und Aktivisten zufolge auch bezahlte Schlägertrupps angeheuert haben sollen, hatte es international immer wieder Kritik gegeben.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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