International
USA lügen über Nordkoreas Atompolitik

Nach Medienberichten haben die USA ihre Verbündeten in Asien absichtlich in die Irre geführt, als sie sie Anfang des Jahres über nordkoreanische Lieferungen von Atommaterial an Libyen informierten.

HB WASHINGTON. Tatsache sei, dass Pjöngjang das Material an Pakistan verkauft habe, das es dann an Libyen weitergab, berichtete die Zeitung am Sonntag unter Berufung auf zwei US-Regierungsbeamte „mit detaillierter Kenntnis“.

Ziel des Täuschungsmanövers sei es gewesen, die asiatischen Verbündeten zu weiterem Druck auf Nordkorea zur Einstellung von dessen Atomprogramm zu bewegen. Die Lieferung an Pakistan, das selbst über ein Atomwaffenarsenal verfügt, hätte für die Partner in Asien nichts Neues bedeutet und daher auch nicht die gewünschte Wirkung erzielt, zitierte die „Washington Post“ die Beamten. Zudem sei Pakistan ein enger Verbündeter der USA im Antiterrorkampf.

Geheimdienstliche Erkenntnisse hätten klar darauf hingewiesen, dass die Lieferungen an Pakistan und nicht an Libyen gegangen seien, hieß es weiter. Es gebe keinerlei Hinweise darauf, dass Nordkorea von der dann anschließenden Transaktion gewusst habe.

Nach Medienberichten hatte die US-Regierung Ende Januar hochrangige Beamte nach Japan, Südkorea und China geschickt, um sie über die angebliche Lieferung von nordkoreanischem Uranhexafluorid, das zu waffenfähigem Nuklearmaterial angereichert werden kann, zu informieren. Spuren des Materials seien in Containern mit hochgiftigen Stoffen gefunden worden, die Libyen nach Einstellung seines Atomwaffenprogramms vor rund einem Jahr in die USA transportieren ließ. Wann das Nuklearmaterial Nordkorea verließ, um dann schließlich in Libyen zu landen, blieb bisher unklar. Aber der Zeitfolge nach muss dies zu einem Zeitpunkt geschehen sein, als Tripolis noch sein Atomwaffenprogramm betrieb.

Nach Angaben der „Washington Post“ vom Sonntag wurden die asiatischen Verbündeten falsch informiert, nachdem es Hinweise auf einen möglichen Rückzug Chinas und Südkoreas von den Sechsergesprächen über eine Einstellung des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms gegeben hatte. Nordkorea selbst hatte seine Teilnahme an den Gesprächen ausgesetzt, nachdem die Anschuldigung der US-Regierung Anfang Februar publik geworden war.

Der Zeitung zufolge wurde bei der Information der asiatischen Verbündeten zwar darauf hingewiesen, dass die angebliche nordkoreanische Lieferung an Libyen mit Hilfe eines vom pakistanischen Atomwissenschaftler Abdul Qadeer Khan betriebenen illegalen Netzwerkes erfolgt sei. Aber es sei verschwiegen worden, dass das Material direkt von Pakistan gekauft und in Containern der pakistanischen Regierung transportiert wurde.

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