International
USA und Atombehörde warnen Nordkorea

Die USA und die Internationale Atomenergie- Organisation haben Nordkorea vor einem möglichen Atomtest gewarnt. Ein solcher Schritt wäre eine weitere Provokation.

HB BERLIN. Die USA und die Internationale Atomenergiebehörde IAEA haben sich besorgt über einen möglichen Atomtest Nordkoreas geäußert. Sollten Berichte über einen angeblich bevorstehenden Test zutreffen, sei dies ein «sehr, sehr schlechtes Signal», sagte IAEA-Generaldirektor Mohammed el Baradei dem US-Sender CNN. Die internationale Gemeinschaft müsse versuchen dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Il klarzumachen, dass nordkoreanische Atomwaffen absolut nicht toleriert würden.

Eine unmissverständliche Warnung sprach die US-Regierung aus. Der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan, erklärte, ein nordkoreanischer Atomtest werde eine «weitere Provokation» sein, die das Land noch mehr von der internationalen Gemeinschaft isoliere. McClellan verlangte die Rückkehr Pjöngjangs zu den Sechs-Parteien-Gesprächen über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm. An den bisher erfolglosen Sechser-Gesprächen nahmen Russland, die USA, Japan, China sowie Süd- und Nordkora teil.

Die Besorgnis über einen möglichen Atomtest waren durch amerikanische Zeitungsberichte ausgelöst worden. Die «New York Times» hatte berichtet, amerikanische Geheimdienste hätten mit Spionagesatelliten verdächtige Aktivitäten in Nordkorea ausgemacht, die auf einen bevorstehenden Atomtest hindeuten könnten.

Die Bilder aus Kilju in Küstennähe im Nordosten des Landes würden allerdings mit Vorsicht interpretiert. Möglich sei auch, dass das Regime in Pjöngjang etwas vortäusche, um im Gegenzug Konzessionen für eine Einstellung seines Atomprogramms zu erreichen. Unter anderem werde in Kilju offenbar ein Tunnel gebaut, der Ähnlichkeit mit der Anlage habe, in der Pakistan 1998 seinen Atomtest zündete.

Der frühere Chef des pakistanischen Atomwaffenprogramms, Abdul Qadeer Khan, hatte Nordkorea mehrfach besucht und zugegeben, dass er dem Regime in Pjöngjang Atomtechnologie verkauft habe. Zudem sei in der Nähe eine für nordkoreanische Verhältnisse aufwendige Tribüne gebaut worden, die für ranghohe Zuschauer gedacht sein könne. Eine ähnliche Tribüne sei vor einem Raketentest 1998 gebaut worden.

Nordkorea hatte vor gut zwei Jahren internationale Waffeninspekteure des Landes verwiesen und die Wiederaufbereitung von 8000 Brennstäben angekündigt. Die US-Geheimdienste gehen davon aus, dass die Brennstäbe inzwischen alle zu waffenfähigem Material verarbeitet wurden. Erst am Sonntag hatte Nordkorea eine Kurzstreckenrakete getestet.

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