USA und China
Gespräche über Internetspionage

Nächste Woche treffen sich US-Präsident Barack Obama und der chinesische Präsident Xi Jinping. China bringt Geschenke mit: In regelmäßigen Gesprächen sollen ranghohe Vertreter das Problem der Cybersicherheit angehen.
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WashingtonNach wiederholten Vorwürfen der US-Regierung gegen China wegen Cyber-Spionage wollen beide Länder laut einem Bericht eine gemeinsame Arbeitsgruppe zu der Problematik einrichten. Es seien erstmals regelmäßige Gespräche auf hoher Ebene über Internetsicherheit und Industriespionage vereinbart worden, berichtete die "New York Times" am Samstag. Unterdessen beschuldigte US-Verteidigungsminister Chuck Hagel China, in seinem Land Attacken über das Internet auszuführen.

Das erste Treffen der neuen US-chinesischen Arbeitsgruppe soll der Zeitung zufolge im Juli stattfinden. "Wir brauchen einige Normen und Regeln", zitierte das Blatt einen ranghohen US-Vertreter, der an den Vereinbarungen beteiligt war. Laut "New York Times" ist es der erste diplomatische Versuch, die Spannungen zwischen beiden Ländern abzubauen. Hagel sprach am Samstag auf einer Sicherheitskonferenz in Singapur ebenfalls von einer Arbeitsgruppe zur Cyber-Sicherheit, die ein guter Schritt in Richtung Dialog sei.

Zugleich beschuldigte Hagel China der Cyber-Spionage. "Die Vereinigten Staaten haben ihre Besorgnis über die wachsende Bedrohung durch Cyber-Angriffe geäußert, von denen einige mit der chinesischen Regierung und dem chinesischen Militär verbunden zu sein scheinen", sagte er. China müsse "internationale Normen zum verantwortungsvollen Verhalten im Cyberspace" einhalten, verlangte Hagel.

Der Verteidigungsminister äußerte sich auf der jährlichen Konferenz Shangri-La Dialogue. Daran nahm auch eine chinesische Delegation unter Leitung des Vize-Generalstabschefs der Volksbefreiungsarmee, Generalleutnant Qi Jianguo, teil.

Die Äußerungen des Verteidigungsministers folgten Angaben seines Ressorts aus der vorangegangenen Woche, wonach chinesische Hacker US-Rüstungsfirmen und Regierungsbehörden via Internet angegriffen und technische Details von hochmodernen US-Waffensystemen ausgespäht haben. Das Thema Cyber-Spionage ist eine der größten Belastungen im Verhältnis zwischen den beiden Ländern. Immer wieder wirft die US-Regierung der Volksrepublik vor, hinter Hackerangriffen auf Militärnetzwerke zu stehen. China weist dies zurück und bezeichnet sich selbst als Opfer von Cyber-Angriffen.

Das Problem der Cyber-Spionage dürfte auch beim ersten Treffen von US-Präsident Barack Obama mit seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping eine Rolle spielen. Obama empfängt Xi am Freitag zu einem zweitägigen informellen Treffen in Rancho Mirage im US-Bundesstaat Kalifornien. Hagel wird die Spionage-Frage zudem am Dienstag und Mittwoch mit seinen 27 NATO-Kollegen bei einem Treffen in Brüssel diskutieren.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Super, da treffen sich ja Vertreter des Clubs der Scheinheiligen. Jeder bezichtigt den anderen der Spionage. Übersehen wird dabei zu leicht, dass alle Internet-Leitungen über einen Knotenpunkt in den USA zusammenlaufen. Auch die Vergabe der Länderendungen bei domains läuft über die USA (z.B. .de, .nl, .fr etc.).

    Also sollen sich die US-/CHN-Politiker nicht in die Hose machen.

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