Venezuela
Chávez gibt wegen Krebsbehandlung Teil seiner Macht ab

Der venezolanische Präsident Hugo Chávez ist nach Kuba gereist, um sich dort wegen seiner Krebserkrankung einer Chemotherapie zu unterziehen. Zuvor überraschte er mit der Abgabe einiger Regierungsbefugnisse.
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CaracasNach langem Zögern gibt der an Krebs erkrankte venezolanische Präsident Hugo Chávez einen Teil seiner Befugnisse ab. Er delegiere „einige Entscheidungen und Unterschriften“ an seinen Stellvertreter Elias Jaua und Finanzminister Jorge Giordani, erklärte Chávez am Samstag. Demnach erhalten die beiden unter anderem das Recht, Haushaltsfragen und Enteignungen zu entscheiden. Die sozialistische Regierung hat unter Chávez wiederholt Unternehmen verstaatlicht, um damit nach eigener Aussage den Reichtum aus den Ölvorkommen besser zu verteilen. Die Opposition hatte zuvor von Chávez verlangt, die Regierungsgeschäfte während seiner Krebsbehandlung ganz abzugeben.

Venezuelas Staatschef war am Samstag zur Fortsetzung seiner Krebstherapie nach Kuba gereist. Chávez wurde am Nachmittag (Ortszeit) am Flughafen der venezolanischen Hauptstadt Caracas vor seinem Abflug nach Havanna feierlich verabschiedet, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. „Ich muss diesen nächsten großen Schritt gehen“, sagte Chávez und betonte seinen „Willen zu leben“. „Ich werde in einem besseren Zustand zurückkehren, als der, in dem ich mich jetzt befinde.“ Auf seiner Reise wurde er von seiner ältesten Tochter Rosa begleitet.

Zuvor hatte das Parlament einstimmig der Reise des Staatschefs zugestimmt. Das ist bei Reisen des Präsidenten erforderlich, die länger als fünf Tage dauern. Wie lange Chávez in Kuba bleiben wird, ist nicht bekannt.

Dem 56-jährigen linksgerichteten Staatschef war im Juni in Kuba ein bösartiger Tumor im Beckenbereich entfernt worden. Er soll am Sonntag eine Chemotherapie beginnen. Chávez hatte am Mittwoch erstmals eingestanden, dass er eine Chemotherapie benötigen werde. Zugleich hatte er Gerüchte dementiert, er leide unter Magen- oder Darmkrebs.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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