Venezuela legt sich mit USA an
„Die Söhne Bolivars fürchten das Imperium nicht“

Venezuela fordert die USA in der Snowden-Affäre weiter heraus. US-Journalist Greenwald sieht Venezuela ebenfalls als sicherste Asyl-Option für den US-Geheimdienst-Spezialisten. Und was sagt Snowden? Bisher nichts.
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CaracasVenezuelas linker Staatschef Nicolás Maduro hat dem US-Geheimdienst-Spezialisten Edward Snowden erneut Asyl angeboten und ist demonstrativ auf Gegenkurs zu den USA gegangen. „Wir haben entschieden, dem jungen Edward Snowden politisches Asyl zu gewähren im Namen des unabhängigen Venezuelas“, sagte Maduro am Dienstagabend (Ortszeit) bei einer Veranstaltung im Bundesstaat Agarua.

„Die Söhne Bolivars fürchten das Imperium (USA) nicht“, sagte er mit Blick auf den südamerikanischen Freiheitskämpfer und venezolanischen Nationalhelden Simón Bolivar.

Derzeit ist noch unklar, ob der am Moskauer Flughafen Scheremetjewo festsitzende Snowden das Asylangebot Venezuelas annimmt. Er hatte in mehreren Ländern Anträge gestellt, auch in Venezuela.

Nach Einschätzung des US-Journalisten Glenn Greenwald dürfte Snowden das Angebot Venezuelas auf politisches Asyl annehmen. Greenwald, der als erster die Enthüllungen Snowdens publik machte, äußerte sich am Dienstag nach einem Online Chat mit dem von den USA wegen Landesverrats Gesuchten. Venezuela sei am ehesten geeignet, Snowden sicher von Moskau nach Lateinamerika zu bringen und ihn dort auch zu schützen.

Fraglich ist aber immer noch, wie der 30-Jährige den Flughafen verlassen kann. Er hat derzeit keinen gültigen Reisepass, und die mögliche Flugroute nach Caracas ist noch unklar. Auch die linksregierten und US-kritischen Länder Nicaragua und Bolivien hatten signalisiert, Snowden aufnehmen zu wollen. Venezuelas Opposition warf Maduro indes vor, mit dem Asylangebot von internen Problemen in dem südamerikanischen Land ablenken zu wollen.

Die Enthüllungsplattform WikiLeaks teilte mit, Snowden habe sich noch nicht entschieden, in welchem der drei sozialistisch regierten Länder er Zuflucht suchen wolle. Allerdings könne am Mittwoch Bewegung in den Fall kommen, hieß es bei WikiLeaks.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Venezuela legt sich mit USA an: „Die Söhne Bolivars fürchten das Imperium nicht“"

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  • Schade, dass Paralleluniversen (derzeit?) nicht umsetzbar sind: dann gönne ich Ihnen gern Ihren Platz in der "Welt (die grosse Teilmenge ohne USA halt)" .. und folglich bitteschön auch ohne deren Errungenschaften, Mr. "Cloud" - während ich mich gern per GreenCard nach Ammiland absetze!

  • .. an ihrem Beispiel sieht man, dass das "Joch" eines "besiegten Vasallenstaats der USA" immer noch verschenkte Liebesmüh ist - Ihresgleichen verdient eine viel aufmerksamere Behandlung .. wie sie insbesondere von Geheimdiensten gepflegt wird, deren Staaten sich jetzt darin überbieten, Ihrem "Helden" Snowden Asyl zu gewähren!

  • Venezuela ist zwar ein sozialistisches Steinzeitland, das nur dank Öl noch überlebt, aber in diesem Fall hat es meine volle Sympathie.

    Snowden ist ein Held und wir als besiegter Vasallenstaat der USA bringen höchstens zaghaft hervor:

    "Also das mit dem Abhören finden wir irgendwie nicht so gut" - und das wars dann. Mehr Mumm!

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