Venezuela
NSA-Affäre legt Annäherung an USA auf Eis

Man war sich gerade etwas näher gekommen. Dann folgte das Eingeständnis, dass der verstorbene Präsident Chávez ausspioniert wurde. Venezuela reagiert mit der kühlen Schulter - und könnte die Öllieferungen einstellen.
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Mexiko-StadtVenezuela plant derzeit keine Schritte zur Verbesserung der Beziehungen mit den USA. Außenminister Elias Jaua erklärte am Montag in Mexiko-Stadt, solange die USA ihre „interventionistischen Aktivitäten“ fortführten und dabei auch nicht vor dem Ausspähen ausländischer Staats- und Regierungschefs zurückschreckten, werde sein Land auf diplomatischer Ebene keine Schritte zu einer Annäherung betreiben.
Mit einem Stopp der Öllieferungen an die Vereinigten Staaten will das Land aber nicht reagieren. „Wir werden die Energiesicherheit der Welt nicht in Gefahr bringen“, so Jaua.

„Nicht, weil wir keine anderen Möglichkeiten hätten, wir haben unsere Exporte bereits diversifiziert. Aus politischen Gründen werden wir aber nicht die sichere Energieversorgung bestimmter Länder gefährden.“ Die USA sind ein Hauptabnehmer von venezolanischem Erdöl.

Dass Venezuela besonders im Fokus der NSA stehe, überrasche ihn nicht, sagte Jaua. Die Zeitung „New York Times“ hatte unter Berufung auf Edward Snowden am Wochenende berichtet, Venezuela sei eines der Hauptziele der NSA.

Vor allem das Eingeständnis der USA, dass man den verstorbenen venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez ausspioniert habe, sei nicht überraschend gewesen, mache es Venezuela aber schwer, gute Beziehungen mit den USA zu pflegen, sagte Jaua weiter.
US-Außenminister John Kerry und Jaua hatten sich im vergangenen Juni darauf verständigt, an einer Verbesserung der Beziehungen zu arbeiten. Nachdem aber neue Spannungen aufgetreten waren, wurden diese Bestrebungen nicht weiter verfolgt.

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Associated Press / Nachrichtenagentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Venezuela: NSA-Affäre legt Annäherung an USA auf Eis"

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  • Als erstes sollte man rund um die Botschaften 10 m hohe Bleiplatten als Zaun aufstellen, mindestens so hoch wie die Antennen auf dem Dach. Dann haben wir schon mal SEHR viel mehr Ruhe vor "Schnüffel-Saugern" ... Allerdings von Satelliten aus (Radio-Satelliten) kann man mit Richtfunk-Antennen von oben beliebig abhorchen, also da hilft nur ein Regenschirm aus Blei, den man tragen sollte während man telefoniert.

    Google spioniert im Smartphone-Markt über Android-Betriebssystem !

    Wenn man ein neues Smartphone (z.B. Sony Experia) kauft, wird man abhängig von Google in mehrerer Hinsicht:

    - man MUSS ein Google-Account eröffnen (...@gmail.com), sonst kann man nicht surfen und keine Apps runterladen

    - Voreingestellt sind auf dem Smartphone: Standortdienst, der ununterbrochen ausspioniert, WO man sich lokal gerade befindet, Standortverlauf, Google will einem andauernd Angebote machen weil das Surfverhalten dokumentiert wird um "personalisierte Angebote" machen zu können

    EINE FRECHHEIT IST DAS !

    Im Hintergrund laufen im Android-System lauter "Google-Dienste", wo kein Mensch weiss, was die spionieren und übertragen. Google-Bibliiotheken sind fester Bestandteil des Android-Betriebssystems und werden voreingestellt installiert oder auch übers Internet aktualisiert, ohne dass man das mitbekommt.

    Alle Kontakte, emails, Telefonnummern werden an die Google-Cloud gesendet und man wird genötigt, dort seine Daten zu "sichern" .. auf Google-Servern. Lokale Sicherung des Smartphones auf dem PC zu hause geht nicht mehr !! Nur noch Google-Cloud.

    Also das ist echt eine Spionage-Nötigungs-Frechheit von Google. Die leiten die Daten direkt an die NSA weiter. Danke auch. :-(

    Android sollte man in einer "Sandbox" laufen lassen, ähnlich Java-Applets, dann haben die schon mal keinen direkten Zugriff mehr auf Daten und Kontakte im Telefon ... gute Idee ???

  • Der Militärische Abschirmdienst (MAD) und der Bundesnachrichtendienst (BND) sollten sich den Herausforderungen stellen. Mit dem Vertrauen ist das so eine Sache. Deutschland hat sich von den USA zu sehr einlullen lassen. Jedes Land kämpft um wirtschaftliche Erfolge. Unter diesen gnadenlosen Konkurrenzkampf darf es keine Freundschaften geben. Politische Vereinbarungen und wirtschaftliche Abkommen machen noch keine Freunde.

    Vielleicht sollten wieder mehr persönliche Gespräche für wichtige Entscheidungen ohne Nutzung der elektronischen Medienwelt stattfinden. PC, Handy, Smartphones und Telefon bieten keine Abhörsicherheit mehr.

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