Vereitelte Anschläge auf Flugzeuge
Briten klagen elf Terror-Verdächtige an

Die britische Staatsanwaltschaft hat wegen der geplanten Anschläge auf mehrere Transatlantik-Flüge nun Anklage gegen elf Verdächtige erhoben. Die Staatsanwaltschaft warf ihnen am Montag die Beteiligung an einer terroristischen Verschwörung zu Mordanschlägen mit Explosivstoffen vor, die in Flugzeuge geschmuggelt und dort zu Bomben zusammengefügt werden sollten.

HB LONDON. Dramatisch verschärfte Personenkontrollen an Flughäfen nach der Aufdeckung der mutmaßlichen Anschlagspläne und der Festnahme von zunächst 24 mutmaßlichen Tätern hatten am 10. August zu chaotischen Zuständen auf zahlreichen internationalen Flughäfen geführt. Hunderte Flüge waren gestrichen worden. Acht der jetzt in London angeklagten elf mutmaßlichen Terroristen wird konkret vorgehalten, sie hätten Sprengstoff an Bord von Flugzeugen schmuggeln und dort zur Explosion bringen wollen.

„Das Ausmaß der Verschwörung ist immens“, sagte der Chef der britischen Anti-Terrorfahnder, Peter Clarke. „Die Ermittlungen werden weitergehen und die ganze Welt umspannen. Unsere Entschlossenheit, jeder einzelnen Spur nachzugehen entspricht der Ungeheuerlichkeit der mutmaßlich geplanten Anschläge.“

Clarke sagte, die Anklagen seien zum Teil durch intensive verdeckte Beobachtungen der mutmaßlichen Terroristen zu Stande gekommen. Nach deren Festnahme am 10. August seien bei Durchsuchungen Materialien zum Bau von Bomben - darunter Chemikalien und elektronische Komponenten - gefunden worden. Die Polizei sei auch auf so genannte Märtyrer-Videos gestoßen.

Insgesamt habe es bislang 69 Durchsuchungen von Wohnungen, Büros und Gegenden im Freien gegeben. Dabei seien rund 400 Computer und 200 Mobiltelefone sowie 8000 mobile Speichereinheiten wie Memory Sticks, DVDs und CDs beschlagnahmt worden. Anti-Terror-Fahnder seien dabei, riesige Datenmengen auszuwerten. „Die Ermittlungen werden noch Monate andauern.“

Elf weitere Tatverdächtige befinden sich noch ohne Anklage in Untersuchungshaft. Ob und wann auch sie angeklagt werden, entscheide sich in den nächsten Tagen, sagte Susan Hemming, die Leiterin der Abteilung Terrorismusbekämpfung der britischen Staatsanwaltschaft. „Wir haben mit Hilfe der Anti-Terror-Ermittler alle Vorwürfe gegen jeden einzelnen Angeklagten sehr sorgfältig geprüft.“

Zugleich warnte sie vor Vorverurteilungen in der Öffentlichkeit sowie durch die Medien. Jeder Angeklagte habe das Recht auf ein faires Verfahren. Die weitaus meisten der am 10. August festgenommenen Terrorverdächtigen sind britische Muslime. Mehrere von ihnen sollen laut Medienberichten Verbindungen zu muslimischen Extremisten in Pakistan gehabt haben.

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