"Verfehlen Ziele bei Aidsbekämpfung"
Annan macht Front im Kampf gegen gegen Aids

UN-Sekretär Kofi Annan hat die internationale Gemeinschaft zu einem größeren Einsatz im Kampf gegen Aids aufgerufen. Trotz verstärkter Anstrengungen gelingt es nach den Worten Annans nicht, die weltweite Ausbreitung der Immunschwächekrankheit Aids in den Griff zu bekommen.

HB NEW YORK. Jüngste Berichte belegten, dass die vor drei Jahren gesetzten Ziele bei der Aids-Bekämpfung nicht erreicht werden könnten, sagte Annan am Montag bei der Aids-Debatte der UN-Vollversammlung. Dies geschehe trotz der Tatsache, dass mehr Geld für die Aids-Bekämpfung zur Verfügung stehe und die Medikamente billiger würden. „Wir dürfen uns nicht darauf berufen, dass konkurrierende Herausforderungen wichtiger oder drängender sind“, sagte Annan.

Die so genannten Millennium-Ziele sehen vor, bis 2005 drei Mill. HIV-positiv getesteten Menschen in den Entwicklungsländern Zugang zu Aids-Medikamenten zu verschaffen und bis 2015 den Aids-Trend umgekehrt zu haben. Derzeit haben jedoch nur 300 000 Menschen in den Entwicklungsländern Zugang zu Medikamenten. Ein Drittel davon lebt in Brasilien, das alle Aids-Opfer medikamentös versorgt. Dagegen erhalten von 4,1 Mill. Erkrankten in der Region südlich der Sahara in Afrika nur 50 000 Menschen die notwendigen Medikamente. UN-Angaben zufolge ist bei bis zu sechs Mill. Menschen die Krankheit voll ausgebrochen.

Der französische Präsident Jacques Chirac appellierte an die Versammlung, die Finanzierung des unabhängigen Fonds zur Bekämpfung von Aids, der Tuberkulose und der Malaria sicherzustellen. Chirac setzt sich dafür ein, dass die Europäische Union jährlich eine Milliarde Dollar in den Fonds einzahlt, wenn dies die USA ebenfalls tun. In den vergangenen zwei Jahren hat der Fonds 1,4 Mrd. Dollar für 150 Programme in 91 Ländern ausgegeben. Für die kommenden fünf Jahre hat er Zusagen über 4,7 Mrd. Dollar. Dies liegt jedoch deutlich unter der Summe von jährlich sieben Mrd. Dollar, die nach Ansicht Annans zur Eindämmung der Seuche nötig sind. Die Weltgesundheits-Organisation WHO und die Organisation Ärzte ohne Grenzen forderten die Entwicklungsländer auf, billige Nachahmer-Medikamente zu produzieren oder ihre Einfuhr zuzulassen.

In den vergangenen 20 Jahren haben sich 65 Mill. Menschen mit dem HI-Virus infiziert. 28 Mill. von ihnen sind an der Krankheit gestorben, davon allein 15 Mill. in Schwarzafrika.

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