Verfrühte Diskussion
Volkswirte wollen Leitzins nicht erhöhen

Die Debatte über eine Erhöhung des Leitzinses durch die EZB reißt nicht ab. Doch Notenbank-Experten lehnen in einer Handelsblatt-Umfrage eine sofortige Zinserhöhung ab. Das europäische Finnazsystem sei noch zu fragil.
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Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte nach Ansicht von Notenbank-Experten in nächster Zeit den Leitzins nicht erhöhen. Von den 15 vom Handelsblatt befragten hochrangigen europäischen Volkswirten forderten nur zwei eine sofortige Zinserhöhung, zwei weitere halten eine solche vermutlich in den nächsten drei Monaten für angemessen


"Das europäische Finanzsystem ist immer noch extrem fragil", begründete etwa Elga Bartsch, Europa-Chefvolkswirtin von Morgan Stanley ihre Ablehnung einer Zinserhöhung. Jean-Michel-Six, Europa-Chefvolkswirt der Rating-Agentur Standard & Poor’s fügte hinzu, dass die von den Importpreisen getriebene Inflation vor allem die Kaufkraft im Euro-Raum drücke und so die noch schwache Erholung der Konjunktur nach wie vor gefährde.


Die 15 befragten Experten sind im so genannten Schattenrat zusammengeschlossen, den das Handelsblatt 2002 ins Leben gerufen hatte. Ihm gehören europäische Volkswirte aus Banken, Unternehmen und Forschungsinstituten an.

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  • "Das europäische Finanzsystem sei zu fragil." Wischi, waschi! Warum nennt man das Kind nicht beim Namen? China, Brasilien und andere Staaten sehen bereits ein starkes Ansteigen der Inflation (etwa 5%), in Europa sind diese Tendenzen ebenfalls erkennbar. Die offizielle Inflation von 2,4% ist schöngerechnet. Obwohl sich die EZB der Preisstabilität verpflichtet hat, sind ihr die Hände gebunden: Eine Zinserhöhung werden einige EU-Staaten einfach nicht überleben. Selbst ohne Zinserhöhung ist die Rettung Griechenlands zweifelhaft. Letzlich ist die Inflation doch willkommen: Die Bevölkerung leidet unter der Deflation auf der Einkommenseite und einer Inflation auf der Ausgabenseite. Die Staatsschulden werden dadurch "weginflationiert". Die Lizenz zum Gelddrucken hat die EZB praktisch ebenfalls schon (nach dem Vorbild der Fed), da sie gegen einen früheren Grundsatz verstößt, Staatsanleihen aufzukaufen. Die EINZIGE Möglichkeit besteht darin, "schwache" Staaten wie Griechenland, Irland, Portugal usw. aus der Währungsunion zu entlassen, damit diese ihre Währung abwerten können und somit eventuell wieder wettbewerbsfähig werden. Aber das ist nicht erwünscht. Denn man "optimiert derzeit die Fallhöhe" (Zitat Andreas Clauss), damit es am Ende RICHTIG kracht und eine Währungsreform "alternativlos" (Lieblingswort der dt. Regierung) ist (Gemeinschaftswährung EUR/USD?). Es gibt keine stärkere Form der Enteignung wie eine Währungsreform. Nach DM- und Euro-Einführung kennen wir uns ja gut mit Währungsreformen aus... und keiner erkennt das Übel!

  • "Das europäische Finanzsystem sei zu fragil." Wischi, waschi! Warum nennt man das Kind nicht beim Namen? China, Brasilien und andere Staaten sehen bereits ein starkes Ansteigen der Inflation (etwa 5%), in Europa sind diese Tendenzen ebenfalls erkennbar. Die offizielle Inflation von 2,4% ist schöngerechnet. Obwohl sich die EZB der Preisstabilität verpflichtet hat, sind ihr die Hände gebunden: Eine Zinserhöhung werden einige EU-Staaten einfach nicht überleben. Selbst ohne Zinserhöhung ist die Rettung Griechenlands zweifelhaft. Letzlich ist die Inflation doch willkommen: Die Bevölkerung leidet unter der Deflation auf der Einkommenseite und einer Inflation auf der Ausgabenseite. Die Staatsschulden werden dadurch "weginflationiert". Die Lizenz zum Gelddrucken hat die EZB praktisch ebenfalls schon (nach dem Vorbild der Fed), da sie gegen einen früheren Grundsatz verstößt, Staatsanleihen aufzukaufen. Die EINZIGE Möglichkeit besteht darin, "schwache" Staaten wie Griechenland, Irland, Portugal usw. aus der Währungsunion zu entlassen, damit diese ihre Währung abwerten können und somit eventuell wieder wettbewerbsfähig werden. Aber das ist nicht erwünscht. Denn man "optimiert derzeit die Fallhöhe" (Zitat Andreas Clauss), damit es am Ende RICHTIG kracht und eine Währungsreform "alternativlos" (Lieblingswort der dt. Regierung) ist (Gemeinschaftswährung EUR/USD?). Es gibt keine stärkere Form der Enteignung wie eine Währungsreform. Nach DM- und Euro-Einführung kennen wir uns ja gut mit Währungsreformen aus... und keiner erkennt das Übel!

  • Wenn das europäische bankensystem immer noch "extrem fragil" ist, dann macht diese banken-zombies endlich zu und schluß. egal, wieviele arbeitsplätze verloren gehen. wie lange soll das noch weitergehen mit dieser labilität ? Da gehören nur solvente banken am leben gelassen, die ständigen unsicherheitsfaktoren müssen weg. Es war doch ein unglaublicher fehler, diese banken mit zigmilliarden aus der Steuerkasse durchzufüttern ! Unser geld ist weg und die Stabilität ist noch schlechter als vor Lehman.

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