Veröffentlichung im Internet
Kuba erlaubt Einblick in Wirtschaftsmisere

Kuba hat wichtige statistische Daten veröffentlicht, die bisher unter Verschluss gehalten wurden. Im Internet gab das Nationale Amt für Statistik heikle Informationen preis und bot einen ungewohnt offenen Einblick in die Verhältnisse des Landes. Die Daten sind zwar mit Veröffentlichungen in Industrieländern nicht zu vergleichen. Dennoch wird die Misere des Landes deutlich.

HAVANNA. Die Veröffentlichung (http://www.one.cu/aec_web/aec2006_gif1.htm) entspricht der Politik des amtierenden Staats- und Parteichefs Raúl Castro, die Misere nicht mehr mit revolutionärem Pathos zu beschönigen, sondern Schwächen und Fehler einzuräumen.

Die Daten sind zwar mit Veröffentlichungen in Industrieländern nicht zu vergleichen. So sind die Berechnungen der Wirtschaftsleistung und des Wachstums nicht nachvollziehbar. Dennoch wird deutlich, dass Kuba den Kollaps noch nicht aufgefangen hat, der mit dem Zusammenbruch des sozialistischen Lagers nach 1990 einsetzte. Mengenmäßig schrumpften Industrie- und Agrarproduktion in den letzten fünf Jahren. Offiziell werden dennoch seit drei Jahren hohe Wachstumsraten ausgewiesen. Doch die detaillierten Angaben, die das ONE veröffentlicht, widersprechen dem.

Obwohl Kuba die Güterausfuhren gesteigert hat, was vor allem auf den Nickelexport zurückgeht, fährt es ein wachsendes Handelsbilanzdefizit ein, was auf die unzureichende Leistungskraft der Landwirtschaft und Industrie zurückgeht. Die Industrieproduktion erreicht weniger als die Hälfte des Standes von 1989. Wichtige Branchen wie Textil, Papier, holzverarbeitende oder Maschinenbauindustrie sind kaum noch existent.

Das Land muss sich aber auch mit Nahrungsmitteln zunehmend aus dem Ausland versorgen. Die Erzeugung von Milch, Fleisch, Kartoffeln, Bananen, Getreide, Früchten ist sogar im Vergleich zu 2001, als die Implosion des Sozialismus Kuba schon voll getroffen hatte, rückläufig. Die Produktion von Geflügelfleisch hat sich seit 2001 fast halbiert. Dabei ist in der Landwirtschaft noch ein Fünftel aller Erwerbstätigen beschäftigt.

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