Verschleppte sollen bald freikommen
Elf Iraker bei US-Luftangriff in Falludscha getötet

Bei einem US-Luftangriff auf ein Haus in der irakischen Stadt Falludscha sind nach Angaben von Ärzten am Sonntag mindestens elf Menschen getötet worden. Frauen und Kinder seien unter den Toten, die ins Krankenhaus gebracht worden seien.

HB BAGDAD. Die USA bestätigten, dass es Luftangriffe gab, nannten aber keine Einzelheiten. In der Vergangenheit hatte das US-Militär wiederholt Häuser in der südostirakischen Stadt bombardiert, in denen es Rebellen und ausländische Kämpfer der als Al-Kaida-nah geltenden Extremistenorganisation des Jordaniers Abu Mussab Al-Sarkaui vermutete. Die Gruppe um Al-Sarkaui hatte sich am Samstag zu zwei Selbstmordanschlägen in Bagdad bekannt. Ein Anschlag zielte auf Justizminister Malik Al-Hassan, der unverletzt blieb. Jedoch wurden fünf seiner Leibwächter getötet.

Bei dem zweiten Anschlag starb ein Nationalgardist. In Tikrit wurde am Sonntag ein Polizist bei einem Bombenanschlag getötet.

Augenzeugen berichteten, ein US-Kampfhubschrauber habe das Haus in Falludscha beschossen, nachdem es zuvor ein Gefecht zwischen US-Soldaten und Rebellen in der Nähe gegeben habe. Das Haus einer irakischen Familie liege in Trümmern. Nach erbitterten Kämpfen, bei denen hunderte Aufständische getötet wurden, hatten sich die US-Truppen im April aus der Widerstandshochburg zurückgezogen. Kritiker des Abzugs hatten davor gewarnt, dass die Stadt damit zu einem Rückzugsgebiet für Rebellen und ausländische Kämpfer würde.

Die USA machen Al-Sarkaui für eine Reihe von Bombenanschlägen verantwortlich. So hatte sich seine Gruppe auch zu einem Anschlag bekannt, bei dem im Mai der Präsident des damaligen Regierungsrats getötet wurde. Die USA haben ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar auf den Jordanier ausgesetzt.

Al-Sarkauis Gruppe hat zudem zwei verschleppte Männer aus den USA und Südkorea ermordet. Auch einer von zwei entführten Bulgaren soll von der Gruppe getötet worden sein. Eine enthauptete Leiche, die in der vergangenen Woche im Nordirak gefunden wurde, sei vermutlich die Leiche eines der beiden Bulgaren, sagten Diplomaten.

Aufständische im Irak halten zudem je einen Lastwagenfahrer von den Philippinen und aus Ägypten in ihrer Gewalt. Allerdings gab es Anzeichen, dass beide bald freikommen könnten. Die Philippinen kündigten am Sonntag an, dass die letzten Soldaten ihres Truppenkontingents am Montag aus dem Irak abgezogen werden sollten. Sie kommen damit der Forderung der Entführer des Philippiners nach, die andernfalls mit dessen Ermordung gedroht hatten. Einige Soldaten der nur wenige Dutzend Mann starken Truppe hatten bereits am Freitag den Irak verlassen. Die Truppe, die zu Wiederaufbau-Aufgaben im Nachkriegs-Irak war, hätte ohnehin bis Ende August den Golfstaat wieder verlassen sollen. Die Regierung in Manila war wegen ihres Kurses in der Geiselaffäre von den USA hart kritisiert worden.

Den Angaben der philippinischen Regierung zufolge sollen die übrigen Soldaten nun am Montag vom für sie zuständigen polnischen Oberkommando verabschiedet werden. Angesichts eines wachsenden Widerstands gegen den Einsatz im Irak kündigte der polnische Ministerpräsident Marek Belka bei einem Besuch der Truppen in Camp Babylon an, die Zahl der derzeit 2500 polnischen Soldaten im Irak mit dem nächsten Truppenaustausch zu reduzieren.

Ein von Rebellen verschleppter ägyptischer Fahrer sollte nach Angaben seines Arbeitgebers am Sonntag freikommen. Der Mann habe seinen Entführern wie gefordert versichert, den Irak zu verlassen, sagte ein Sprecher saudiarabischen Unternehmens.

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