Verstärkte Angriffe auf US-Soldaten befürchtet
Rumsfeld: „Wir müssen Saddam Hussein finden“

Die US-Regierung fürchtet, dass sich die fast täglichen Angriffe auf amerikanische Soldaten im Irak noch verstärken könnten. Es gebe Spekulationen, dass es noch mehr Anschläge im Juli geben werde, da mehrere Feiertage des gestürzten Baath-Regimes anstünden, sagte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld im Fernsehsender NBC.

HB/dpa WASHINGTON/KAIRO. Am Montag starb erneut ein US- Soldat bei einem Anschlag. Damit sind seit Ende der Kampfhandlungen am 1. Mai 32 US- Soldaten im Irak getötet worden.

Rumsfeld betonte in dem Interview vom Sonntag (Ortszeit) zugleich, dass es für die USA wichtig sei, den gestürzten Staatschef Saddam Hussein zu finden. „Wir müssen ihn finden. Wir brauchen einen Abschluss.“ Dass Osama bin Laden nicht entdeckt worden sei, stelle kein so großes Problem dar. Aber es verursache Probleme, dass Saddam Hussein nicht gefunden werde. Die USA gehen davon aus, dass die Anschläge gegen amerikanische Soldaten von Anhängern Saddam Husseins verübt werden und sie weitergehen, bis der Ex-Präsident gefasst wird. Am Montagmorgen hatten Unbekannte erneut einen US-Konvoi in Bagdad mit Panzerfäusten angegriffen. Dabei starb ein US- Soldat und sechs weitere wurden verletzt.

Unterdessen hält die Kritik an US-Präsident George W. Bush wegen dessen umstrittener Äußerung über Iraks angebliche Atomwaffenpläne auch nach dem Schuldeingeständnis von CIA- Direktor George Tenet an. „Das Problem ist nicht George Tenet, das Problem ist George Bush“, sagte der demokratische Präsidentschaftsbewerber Bob Graham am Montag im Nachrichtensender CNN.

Am Wochenende hatte Geheimdienstchef Tenet die Verantwortung dafür übernommen, dass in Bushs Bericht zur Lage der Nation im Januar die umstrittene Passage über angeblich irakische Versuche zum Kauf von Uran in Niger enthalten war. Zu diesem Zeitpunkt hatte die CIA bereits ernste Zweifel an den Angaben, die vom britischen Geheimdienst kamen, geäußert.

Bei ihrer Suche nach internationaler Hilfe im Irak mussten die USA am Montag einen Rückschlag hinnehmen. Indien lehnte die US-Bitte um Entsendung von 17 000 Soldaten in den Irak ab. Dies könne nur unter einem UN-Mandat erwogen werden. Massiver Widerstand kam von der Opposition, aber auch von Parteien des Regierungsbündnisses.

Der neue irakische provisorische Regierungsrat hat am Montag seine Entscheidung über den Vorsitz des Gremiums vertagt. Wie Ratssprecher Hoschiar Sibari in Bagdad mitteilte, wurde eine Kommission beauftragt, sich mit der Frage des Vorsitzes zu befassen.

Die US-Armee hat im Zuge ihrer neuen Offensive gegen verbleibende Widerstandsnester im Irak nach eigenen Angaben 226 Personen festgenommen. Sechs von ihnen seien führende Anhänger des gestürzten Regimes von Saddam Hussein. Bei 27 Einsätzen seit Samstag seien außerdem unter anderem 800 Mörsergranaten sichergestellt worden.

Eine bisher unbekannte Gruppe hat nach Angaben des arabischen Fernsehsenders El Arabia am Sonntag die Verantwortung für den Widerstand gegen die US-britische Besatzung im Irak übernommen und den USA mit neuen Anschlägen gedroht. Die Gruppe, die sich die „Bewaffnete islamische Bewegung El Kaida“ nannte, rief in einem von dem Sender ausgestrahlten Tonband zu einem „Heiligen Krieg“ gegen die US-Streitkräfte im Irak auf. Es werde in Zukunft zu weiteren Anschlägen gegen die USA kommen. Experten bezweifelten die angebliche Verbindung der Autoren zum El-Kaida-Netzwerk, da der Text stark von bisherigen mutmaßlichen El-Kaida-Verlautbarungen abweicht.

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