Versteck in einem Erdloch
Saddam Hussein im Irak festgenommen

Der frühere irakische Diktator Saddam Hussein ist nach monatelanger Suche gefasst. Er wurde am Samstag in einem gemauerten Erdloch 15 Kilometer südlich seiner Heimatstadt Tikrit gefangen genommen.

HB TIKRIT. „Meine Damen und Herren, wir haben ihn“, sagte der Leiter der US-Zivilverwaltung, Paul Bremer, am Sonntag in Bagdad. „Dies ist ein großer Tag in der Geschichte des Irak.“ US-Soldaten hätten Saddam bereits am Samstagabend gefangen genommen. Auf der von Jubel begleiteten Pressekonferenz wurden Videoaufnahmen von Saddam mit einem dichten grauen Bart gezeigt. In Bagdad und Kirkuk feierten zahlreiche Iraker die Nachricht von der Festnahme. Sie ist auch ein großer Erfolg für US-Präsident George W. Bush, der 2004 zur Wiederwahl antritt und wegen des Irak-Einsatzes in der Kritik steht. Die Aktienmärkte dürften Experten zufolge am Montag mit Kursgewinnen reagieren.

„Saddam Hussein ist am Samstag, dem 13. Dezember gegen 20.30 Uhr Ortszeit in einem Keller in der Stadt Ad Dawar rund 15 Kilometer von Tikrit gefangen genommen worden“, sagte Bremer. „Der Tyrann ist ein Gefangener.“ Der Oberbefehlshaber der US-Truppen im Irak, Ricardo Sanchez, sagte: „Es gab keine Verletzten. Nicht ein einziger Schuss wurde abgefeuert.“ Dann zeigte er ein Videoband, auf dem Saddam in Gewahrsam und bei einer medizinischen Untersuchung gezeigt wurde.

Soldaten hätten dem 66-jährigen Saddam einen falschen Bart abgenommen, berichteten Mitglieder des von den USA eingesetzten Regierenden Rates im Irak. Die Soldaten hätten Saddam zudem Speichelproben für einen Gentest abgenommen. Dies war auch in den Videoaufnahmen zu sehen. Saddam werde schon bald im Irak vor Gericht gestellt, sagte der Chef des Irakischen Nationalkongresses, Ahmad Chalabi. „Das ist gut für den Irak. Er wird vor Gericht gestellt. Lasst ihm die Gerechtigkeit zuteil werden.“

Ähnlich äußerte sich US-Präsident George W. Bush. Saddam Hussein wird sich seinen Angaben nach vor der Justiz zu verantworten haben. Dem Ex-Präsidenten werde «die Gerechtigkeit widerfahren, die er Millionen verwehrt hat», sagte Bush am Sonntag in Washington. Der US-Präsident warnte zugleich, die Festnahme Saddam Husseins werde die Gewalt nicht beenden. Er rief die Iraker auf, der Gewalt abzuschwören.

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