Verteidigungsminister will Soldaten danken
Rumsfeld überrascht Truppen bei Mossul mit Besuch

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ist am Freitag überraschend zu einem Truppenbesuch in die irakische Stadt Mossul gereist. Dort waren vor wenigen Tagen bei einem Anschlag auf einen US-Militärstützpunkt 18 US-Bürger getötet worden.

HB MOSSUL. „Das Ziel der Reise ist es, den Soldaten zu danken und ihnen Frohe Weihnachten zu wünschen“, sagte Rumsfeld während des Fluges nach Mossul zu Journalisten. Nach der Landung besuchte er Personal und Patienten in dem Militärkrankenhaus, in dem die Opfer des Anschlages untergebracht sind.

Bei dem Bombenanschlag waren am Dienstag 22 Menschen getötet worden, darunter 14 US-Soldaten und vier US-Zivilisten. Das US-Militär vermutet, dass sich ein Attentäter in irakischer Uniform mit Sprengstoff am Leib in die Luft gesprengt hat.

„Ich bin Ihnen allen zutiefst dankbar“, sagte Rumsfeld vor mehr als 100 Soldaten. „In zehn, zwanzig oder dreißig Jahren werden Sie zurückblicken und wissen, dass Sie Teil von etwas sehr Wichtigem waren. Ich habe Respekt vor Ihnen und wünsche Ihnen Frohe Weihnachten.“ Rumsfeld sprach in einem Palast des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein. Das Gebäude ist heute Teil des US-Militärstützpunktes in Mossul.

Rumsfeld sagte, die Lage im Irak sei derzeit schwierig. Er verglich die Situation mit Afghanistan kurz nach dem Sturz der radikal-islamischen Taliban und sagte, auch der Irak habe das Potenzial, Fortschritte zu machen. „Ich habe keine Zweifel, dass das zu erreichen ist“, sagte der Minister.

Nach der Landung hatte Rumsfeld Personal und Patienten in dem Militärkrankenhaus besucht, in dem die Opfer des Anschlages untergebracht sind. Bei dem Bombenanschlag waren am Dienstag unter anderem 14 Soldaten und vier Zivilisten aus den USA. Das US-Militär vermutet, dass sich ein Attentäter in irakischer Uniform mit Sprengstoff am Leib in die Luft gesprengt hat.

Zu Vermutungen, Rebellen in Falludscha seien den US-Soldaten entkommen und hielten sich nun in der Region um Mossul auf, sagte Rumsfeld: „Ich habe keinen Moment lang den Zweifel, dass einige von diesen Leuten aus Falludscha nach Mossul gekommen sind.“

Auf dem weiteren Programm des Verteidigungsministers stand ein Frühstück mit Soldaten in Mossul und eine Unterrichtung über die Sicherheitslage durch die US-Kommandeure. Rumsfeld betonte, seine Reise in den Irak sei seit längerem geplant gewesen und aus Sicherheitsgründen geheim gehalten worden. Dass die Wahl auf Mossul gefallen sei, habe nichts mit dem Anschlag auf den Militärstützpunkt zu tun.

Rumsfeld sieht sich im eigenen Land Rücktrittsforderungen seitens der oppositionellen Demokraten ausgesetzt, und auch einige Republikaner sind mit seiner Arbeit nicht zufrieden. Kritik zog er unter anderem deshalb auf sich, weil er unsensibel erschien, als einige Soldaten ihm berichteten, sie hätten Schrottteile benutzen müssen, um ihre Fahrzeuge zu panzern. Auch dass er Briefe an die Familien gefallener Soldaten nicht eigenhändig unterschrieben hat, sondern sein Schriftzug aufgedruckt wurde, erregte Missfallen.

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