Videobotschaft an Bundeskanzler Schröder
Auswärtiges Amt prüft Bericht über entführten Deutschen im Irak

Extremisten im Irak haben nach eigenen Angaben einen gebürtigen Iraker mit deutschem Pass als Geisel genommen und fordern die Freilassung aller Moslems aus deutschen Gefängnissen.

HB BERLIN. Auf einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Video ist ein Mann zu sehen, der zwischen zwei maskierten bewaffneten Männern kniet. Er besitze einen deutschen Pass und rufe Bundeskanzler Gerhard Schröder und die deutschen Medien auf, sich rasch für seine Freilassung einzusetzen, sagt der Mann. Auf dem Video werden Dokumente und ein Presseausweis mit dem Namen Abdul Hussein Alzaidi und einer Adresse in Bremen gezeigt. Das Auswärtige Amt sagte, es gehe dem Fall nach. „Die deutsche Botschaft in Bagdad ist eingeschaltet“, sagte eine Sprecherin in Berlin. Die Botschaftsmitarbeiter bemühten sich um eine Klärung der Hintergründe. Ein Mitarbeiter der Regierung sagte ergänzend, alles deute darauf hin, dass es sich bei dem angeblichen Entführungsopfer nicht um einen deutschen Staatsbürger handele.

Weitere Auskünfte könne nur der Generalbundesanwalt erteilen. Dort war am Donnerstagnachmittag niemand zu erreichen. Nach einem Bericht von Radio Bremen handelt es sich bei dem Mann um einen Iraker, der 1997 nach Deutschland eingereist ist und ein Jahr später als Asylbewerber anerkannt wurde. Damit habe er auch einen entsprechenden Pass bekommen, aber nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. Nach dem Sturz der Regierung von Saddam Hussein im vergangenen Jahr habe der Iraker seinen Asylbewerberstatus wieder verloren. Dagegen habe der Iraker, der nach Bestätigung der Bremer Innenbehörde weiter in Bremen gemeldet sei, Klage eingereicht.

In den vergangenen 18 Monaten sind im Irak mehr als 130 Ausländer entführt worden. Davon wurden die meisten nach Verhandlungen oder Zahlung eines Lösegelds wieder freigelassen. Etwa ein Drittel der Geiseln wurde getötet.

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