Viele Tote und Verletzte
Angriffswelle mutmaßlicher Taliban

US-geführte Koalitionstruppen haben nach einem Angriff auf einen ihrer Konvois in der südafghanischen Provinz Kandahar nach eigenen Angaben bis zu 24 mutmaßliche Taliban-Kämpfer getötet.

HB/dpa KABUL/ISLAMABAD. Das US-Militär in Bagram nördlich von Kabul teilte am Sonntag mit, nach der Attacke am Samstag nahe der Stadt Spin Boldak im Grenzgebiet zu Pakistan hätten Kampfhubschrauber „feindliche Soldaten“ verfolgt und getötet. Soldaten der Koalitionstruppen seien nicht verletzt worden.

Mutmaßliche Kämpfer der radikalislamischen Taliban stürmten nach Medienberichten am Samstagabend mehrere afghanische Stellungen nahe Spin Boldak. Die pakistanische Zeitung „Jang“ berichtete am Sonntag, sechs afghanische Soldaten und acht Angreifer seien gestorben. Erst durch Luftunterstützung der Koalitionstruppen hätten die Angreifer aus den Stellungen vertrieben werden können. Unklar blieb, ob es sich um denselben Vorfall handelte, von dem das US-Militär sprach.

Nach Angaben des US-Militärs in Bagram verletzten „feindliche Kräfte“ fünf Soldaten der Koalitionstruppen und einen afghanischen Soldaten. Eine Patrouille sei am Samstag in der südafghanischen Provinz Chost mit Maschinengewehren und Granaten angegriffen worden. Am Freitagnachmittag sei in der Provinz Kunar ein Sprengstoffanschlag auf einen Konvoi der Koalitionstruppen verübt worden.

Taliban-Kämpfer sollen auch für einen Angriff auf afghanische Regierungstruppen in der südafghanischen Provinz Chost am Freitag verantwortlich sein. Bei der Attacke waren acht Regierungssoldaten getötet worden. Anfang vergangener Woche hatten mutmaßliche Taliban- Untergrundkämpfer in der Provinz Kandahar einen Polizeiposten gestürmt und fünf Polizisten erschossen.

Mit dem Begriff „feindliche Kräfte“ umschreiben die US-Militärs in Afghanistan Kämpfer der bis Ende 2001 in Afghanistan herrschenden Taliban und des Terrornetzwerks El Kaida. Nach früheren Berichten haben diese sich regruppiert, um gegen Koalitions- und Regierungstruppen in die Offensive zu gehen. Unter US-Führung suchen mehr als 11 000 Soldaten aus verschiedenen Ländern Taliban- und El- Kaida-Angehörige.

Anfang Juni waren bei einem Selbstmordanschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul vier Bundeswehrsoldaten getötet und 29 verletzt worden. Sie gehörten der Internationalen Schutztruppe ISAF an, die nicht Teil der US-geführten Koalitionskräfte ist.

Der afghanische Kriegsherr und Vize-Verteidigungsminister Abdul Raschid Dostum legte erstmals konkrete Vorschläge zur Entwaffnung der Milizen Afghanistans vor. Dostum schlug nach einem Bericht der britischen BBC vor, die Anzahl der Milizionäre schrittweise zu reduzieren. Sie sollten eine Entschädigung enthalten und bei Wiederaufbauprojekten bevorzugt eingestellt werden. Der Usbeken- General unterhält selber eine Miliz.

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