Vier Palästinenser getötet
Israel mobilisiert Reservisten

Bei Schießereien in den palästinensischen Autonomiegebieten hat die israelische Armee vier Menschen getötet und mehr als ein Dutzend verletzt. Zudem hat das Militär am Sonntag mehrere Hundert Reservisten einberufen, um ihre Truppen im Westjordanland und im Gaza-Streifen nach den jüngsten gewaltsamen Zwischenfällen zu verstärken.

HB JERUSALEM/GAZA. Der Armeerundfunk berichtete, Verteidigungsminister Schaul Mofas habe die Einberufung von fünf Bataillonen angeordnet, weil es aus Geheimdienstquellen zunehmend Warnungen vor geplanten Anschlägen gebe. Unterdessen feuerten Palästinenser Raketen auf israelische Ortschaften in der Negev-Wüste ab, ohne dass es dort Verletzte gab.

Das Militär setzte nach Angaben eines Sprechers einen seit Tagen andauernden Einsatz im Flüchtlingslager von Rafah im Süden des Gazastreifens am Sonntag fort. Bei einem heftigen Gefecht zwischen Palästinensern und Soldaten waren dort am Vortag drei Palästinenser getötet und 19 verletzt worden. Nach israelischen Angaben kam es zu dem Zwischenfall, als eine Gruppe militanter Palästinenser vor Morgengrauen ein Haus stürmen wollte, das israelische Soldaten besetzt hatten.

Seit Beginn ihrer jüngsten Offensive haben Soldaten damit insgesamt 14 Palästinenser in der Stadt an der Grenze zu Ägypten getötet. Offizielles Ziel der Truppen ist die Zerstörung von Tunnels, durch die militante Palästinenser Waffen von Ägypten aus in den Gazastreifen einschmuggeln. Unter den neuen Opfern waren eine Frau und ein 14-jähriger Schüler.

Die 33-jährige Frau wurde von Soldaten erschossen, als sie nach Augenzeugenberichten ihr Haus verließ, um einen schwer verletzten Palästinenser zu bergen. Die Soldaten hätten auf jeden gefeuert, der sich zum Zeitpunkt des Gefechts auf der Straße zeigte, hieß es. Die Soldaten erschossen auch den örtlichen Anführer des bewaffneten Flügels der radikal-islamischen Hamas-Bewegung, Tarik Abu el Hussein. Hamas kündigte in einer Stellungnahme Vergeltung für seinen Tod an. In der Stadt Tulkarem im Westjordanland wurde am Samstag ein 14- jähriger Schüler von Soldaten erschossen.

Bei der Mobilisierung von Reservisten sollen insgesamt mehrere Tausend Soldaten für den Dienst aktiviert werden. Sie werden nach der Entscheidung des Verteidigungsministers im Dienst stehende Soldaten ersetzen, die für Einsätze ihr Training unterbrochen hätten. Ranghohe Offiziere und ein israelischer Reservistenverband kritisierten Mofas' Entscheidung als kurzsichtig. Die Armee sei ausreichend stark, während eine Mobilisierung der Reserve soziale und wirtschaftliche Folgen habe.

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