Vier Tote, Dutzende Verletzte
Erneut Terroranschläge in Kenia

Erst vor wenigen Tagen gab es Warnungen vor neuen Terroranschlägen in Kenia. Nun sind bei Explosionen in Nairobi vier Menschen getötet und weitere verletzt worden. Hunderte Touristen wurden außer Landes gebracht.
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Nairobi Wenige Tage nach internationalen Terrorwarnungen sind in der kenianischen Hauptstadt Nairobi mindestens zehn Menschen bei einem schweren Anschlag ums Leben gekommen. Der belebte Gikomba-Markt in der Nähe des Zentrums wurde am Freitag von zwei gewaltigen Explosionen erschüttert. Etwa 70 Menschen seien verletzt worden, teilte das nationale Katastrophenzentrum mit. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Jedoch hatte die somalische Islamistenmiliz Al-Shabaab in den vergangenen Jahren immer wieder Attacken in Kenia verübt.

Zunächst hätten Unbekannte eine Granate in einen Minibus geworfen, anschließend sei Sprengstoff in einem Laden auf dem Markt explodiert, berichtete der lokale Sender CitizenTV. Überall lagen Trümmer und Kleidungsstücke auf dem Boden. Der Bus brannte völlig aus.

Im Bezirk Gikomba, etwa einen Kilometer vom Stadtzentrum der Metropole entfernt, liegt der größte Open-Air-Markt des Landes, der täglich von Tausenden Menschen bevölkert wird. In kleinen Buden und Kiosken werden hier Kleidung und andere Güter verkauft.

Der bisher schwerste Al-Shabaab-Anschlag in Kenia ereignete sich im vergangenen September. Die Extremisten stürmten das Westgate-Einkaufzentrum in Nairobi und belagerten es tagelang. Dabei kamen über 60 Menschen ums Leben. Die Al-Shabaab fordert den Abzug der kenianischen Truppen aus Somalia.

Der örtliche Polizeichef Benson Kibue sprach am Freitag von „einem weiteren feigen Akt“. Ein Verdächtiger sei festgenommen worden. Marktleute hatten ihn zuvor umzingelt und gedroht, ihn zu lynchen. Der Mann wurde von der Polizei gerettet und sollte verhört werden. „Wir wollen herausfinden, wer ihn geschickt hat, um diese Tat zu begehen. Wir wollen genau wissen, wer seine Komplizen sind“, erklärte Kibue.

Das Auswärtige Amt rät angesichts der jüngsten Anschläge bei Aufenthalten in Nairobi und Mombasa „zu großer Vorsicht und Wachsamkeit“. Das gelte unter anderem auf öffentlichen Plätzen, in Restaurants, Bars und Einkaufszentren sowie an religiösen Stätten und exponierten touristischen Sehenswürdigkeiten. Urlauber sollten außerdem Busse meiden, da sie in der Vergangenheit immer wieder Ziele von Anschlägen waren.

Erst vor wenigen Tagen hatten Großbritannien, Frankreich und die USA vor möglichen neuen Terroranschlägen in dem ostafrikanischen Land gewarnt. Mehrere britische Reiseveranstalter haben damit begonnen, Urlauber in Sicherheit zu bringen und sie aus Kenia auszufliegen. Sie sprachen von einer „Vorsichtsmaßnahme“. Alle Flüge der Veranstalter in die Küstenstadt Mombasa wurden bis Oktober gestrichen.

Das Safari-Paradies ist unter anderem wegen seiner weißen Strände am Indischen Ozean ein beliebtes Touristenziel. Jedoch war es zuletzt vor allem rund um Mombasa immer wieder zu Anschlägen gekommen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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