Vier Verletzte
Schon wieder Explosionen in Bagdad

Das Zentrum der irakischen Hauptstadt ist am Dienstagabend erneut von mehreren heftigen Explosionen erschüttert worden. Im Bereich des Sitzes der US-Verwaltung stiegen nach Augenzeugenberichten dichte Rauchwolken auf.

HB BAGDAD. Widerstandskämpfer haben am Dienstag das Hauptquartier der US-Zivilverwaltung Iraks in Bagdad beschossen und dabei mindestens vier Menschen verletzt.

In der Nähe der weitläufigen Anlage, die dem gestürzten Präsidenten Saddam Hussein früher als Residenz gedient hatte, hatten bereits am Vorabend Angreifer mehrere Granaten abgeschossen. Ein irakischer Wachmann sagte Reuters, drei Explosionen hätten am Abend das Gelände der von Zivilverwalter Paul Bremer geleiteten Behörde westlich des Tigris erschüttert: „Da sind viele Soldaten herumgelaufen, es gab eine Menge Panik.“

Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums bestätigte in Washington, dass es drei Explosionen in Bagdad gegeben habe. Einer der vier Verletzten sei ambulant behandelt worden, die übrigen drei seien in ein Lazarett eingeliefert worden. Eine weitere Rauchsäule war unmittelbar nach den Explosionen am Abendhimmel über dem Stadtzentrum aufgestiegen, hatte sich dann aber wieder aufgelöst.

Ein Sprecher des US-Verteidigungsministerium teilte mit, nach ersten Informationen seien bei dem Anschlag am Dienstag Granaten oder Raketen auf den Verwaltungssitz abgefeuert worden. Allerdings sei dies noch kein gesicherter Kenntnisstand. Journalisten wurde der Zugang zu dem Areal auf der Westseite des Tigris verwehrt. Auf dem als Grüne Zone bezeichneten Gebiet sind Kasernen und der Sitz der Zivilverwaltung untergebracht.

Die US-Besatzungstruppen im Irak sehen sich seit Monaten Angriffen von Widerstandskämpfern gegenüber. US-Präsident George W. Bush hatte am Montag die Entschlossenheit der USA bekräftigt, ihren Einsatz in dem Golf-Staat dennoch fortzusetzen. Seit dem von Bush am 1. Mai erklärten Ende der Hauptkampfhandlungen im Irak wurden knapp 140 US-Soldaten bei Angriffen getötet. Am 26. Oktober war US-Vizeverteidigungsminister Paul Wolfowitz einem Anschlag knapp entgangen, den Kämpfer auf ein Hotel in Bagdad verübt hatten. Auch das Büro des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz und der Sitz der Vereinten Nationen (UNO) im Irak waren bereits Ziel verheerender Angriffe der Widerstandskämpfer, die sich nach Ansicht der USA aus dem Kreis ausländischer Extremisten und Anhängern Saddams rekrutieren.

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