Vierte TV-Debatte der US-Republikaner
Weniger Schlagabtausch, mehr Programm

Es geht nicht so hitzig zu wie sonst bei der vierten TV-Debatte, ausführlich dürfen die einzelnen Kandidaten ihr Programm auspacken. Das nützt dem in die Defensive geratenen Jeb Bush.

MilwaukeeBei ihrer vierten TV-Debatte haben sich die Präsidentschaftsbewerber der Republikaner auf politische Detailfragen fokussiert. Dies machte sich vor allem der in Umfragen abgeschlagene Jeb Bush zunutze, der sich nach seinem vielkritisierten Auftritt bei der letzten Diskussion temperamentvoll gab. Ex-Neurochirurg Ben Carson versuchte seinen Höhenflug in der Wählergunst angesichts jüngster Zweifel an seiner Biografie zu behaupten.

Bei den Republikanern hatte monatelang Immobilienmogul Trump das Feld angeführt, bis vor kurzem der Stern des zurückhaltend auftretenden Carson zu steigen begann. Doch musste sich der frühere Starchirurg einer Reihe von Fragen über sein wechselhaftes Leben stellen, das offenbar viele Wähler angesprochen hat.

Vergangene Woche hatte CNN etwa berichtet, dass sich keine Freunde von Carson zur Bestätigung einer Anekdote in seiner Autobiografie gefunden hätten, wonach er als Teenager versucht habe, einen engen Freund zu erstechen. Das Online-Magazin „Politico“ warf zudem Fragen über Carsons Stipendium für eine Militärakademie auf. Das „Wall Street Journal“ berichtete, dessen Angaben zu seiner Ausbildung in der High School und Universität ließen sich nicht bestätigen.

Carson wich diesen Fragen in der Debatte aus. „Wir sollten alle Kandidaten überprüfen“, sagte er. „Ich habe kein Problem damit, überprüft zu werden. Womit ich aber ein Problem habe, sind Lügen.“

Den Auftakt der Debatte dominierte die Wirtschaft. Trump und Marco Rubio machten Front gegen eine Anhebung des Mindestlohns, die sie als Bremsfaktor für Jobwachstum kritisierten. „Wenn man den Mindestlohn anhebt, macht man Menschen teurer als eine Maschine“, sagte Rubio.

Damit stellten sich er und Trump gegen die demokratischen Bewerber: Hillary Clinton hat sich für eine Anhebung des Mindestlohns von 7,25 Dollar pro Stunde auf zwölf Dollar stark gemacht. Ihr Rivale Bernie Sanders will gar eine Erhöhung auf 15 Dollar.

Seite 1:

Weniger Schlagabtausch, mehr Programm

Seite 2:

Nächste Debatte: Mitte Dezember

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%