Vizepremier und Finanzminister
"Wir müssen Libyen den Menschen zurückgeben"

Ali Abdussalam Tarhouni, Vizepremierminister der nationalen Übergangsregierung, ist seit März Finanzminister und seit kurzem auch Ölminister. Im Interview spricht er über die Aufgaben der neuen Machthaber Libyens.
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TripolisWas sind die größten Herausforderungen für Libyens Zukunft nach Gaddafi?

Wir müssen möglichst rasch die Polizei zurück auf die Straße bringen. Wir werden 90 Prozent der Polizisten behalten. Verhandlungen darüber laufen schon. Wir werden aber alle entlassen, die Blut an den Händen haben. Dasselbe gilt auch für die Armee. Wir werden nicht den Fehler machen, der im Irak gemacht wurde.

Zum zweiten wollen wir eine große Anstrengung unternehmen, eine wirkliche nationale Armee aufzubauen. Wir werden allen Rebellenkämpfern anbieten, in die Polizei einzutreten oder in die Armee. Unser Ziel ist es, alle Kämpfer wieder einzugliedern, damit keine wilden Milizen entstehen.

Drittens: Wir müssen die Bevölkerung so schnell wie möglich wieder entwaffnen. Es sind sehr viele Waffen unterwegs, Gaddafi hat Unmengen Gewehre und Pistolen ausgegeben.

Wie kann das Ausland helfen, Libyen nach dem Bürgerkrieg zu stabilisieren?

Das Wichtigste ist es, dass wir schnell den vollen Zugriff auf unser Staatsvermögen bekommen. Das ist unser Geld. Ich betone es: Dieses Geld gehört uns. Es gibt keinen Grund mehr, das Vermögen einzufrieren. Aber bei dieser Gelegenheit möchte ich die internationale Unterstützung loben: Man hat uns im Gegensatz zu anderen internationalen Interventionen geholfen, ohne an den eigenen Nutzen zu denken. Zum Beispiel Frankreich: Wir haben keine besondern Beziehungen, Frankreich ist kein wichtiger Handelspartner Libyens, wir kaufen auch keine Waffen dort. Das gilt auch für Qatar oder die Vereinten Arabischen Emirate. Und für die USA: Sie hätten abwarten können, um sich dann an die Seite des Siegers zu stellen. Präsident Obama aber hat seinen Kopf aus der Deckung gestreckt, obwohl er das nicht hätte tun müssen. Er ist ein ehrlicher Mann und steht zu seinen Überzeugungen. Das wissen wir zu schätzen.

Anders Deutschland - sind Sie noch enttäuscht über die mangelnde Unterstützung aus Berlin?

Enttäuschung ist ein persönliches Gefühl. Gefühle haben zwischen Nationen keinen Platz. Die Deutschen haben das getan, was sie damals für richtig hielten und sie haben sich später etwas korrigiert. Das Ganze ist erledigt. Wir sollten uns nach vorne wenden.

Könnte ein Land, das Gaddafi Exil gewährt, normale Beziehungen zum neuen  Libyen haben? Etwa Algerien?

Kein Land wird Gaddafi Exil geben. Auch bei Algerien bezweifele ich das.

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  • Der Ami hat über Wikileads die Unruhen im arabischen Lager initiert und man sicher davon ausgehen, dass sich die USA die Zügel nicht aus der Hand nehmen lassen werden.

    Wahrscheinlich wird aber erst einmal der Ölpreis durch das freiwerdende Öl aus Lybien gedeckelt werden. Mal seehn, ob sich die Short-Derivate auf Öl als gutes Investment zeigen.



  • Al-Tahuni und Dschibril, die beiden CIA-Schergen, die haben 30 Jahre in den USA gelebt, was wissen die von Libyen. Das werden die ersten sein, die "weggesaeubert" werden (falls die Clinton nicht die 1st Cav schickt, um die Libyer auf Dauer niederzuhalten).

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