Voll daneben
Britischer Premier Brown lässt keinen Fettnapf aus

Erst vergangenen Monat war Großbritanniens Premier Gordon Brown unter Druck geraten, weil er in einem Beileids-Brief den Namen eines getöteten Soldaten falsch geschrieben hatte. Jetzt handelte er sich erneut Ärger wegen eines Kondolenz-Briefes. Und das ist nicht der einzige Fettnapf, in den er getreten ist.
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HB LONDON. Der Vater eines in Afghanistan getöteten Soldaten erhielt das Schreiben erst zwei Jahre nach dem Tod seines Sohnes. Der 21 Jahre alte Jack Sadler war am 4. Dezember 2007 bei einer Explosion in der Provinz Helmand umgekommen. Sein Vater Ian Sadler beklagte am Donnerstag, er habe Browns handschriftlichen Brief aber erst vor zwei Wochen bekommen - zusammen mit einem Entschuldigungsschreiben eines Mitarbeiter des Regierungschefs. Darin hieß es, der Kondolenz-Brief habe sich wegen eines Verwaltungsfehlers so lange verzögert.

„Das ist nicht gut, oder? Fast zwei Jahre später, und nicht einmal der Premierminister selbst hat sich entschuldigt, nur sein Gehilfe“, sagte Sadler im BBC-Radio. „Es zeigt, was die derzeitige Regierung über unsere Soldaten denkt.“

Erst vergangenen Monat war Brown unter Druck geraten, weil er in einem Beileids-Brief den Namen eines getöteten Soldaten falsch geschrieben hatte. Der Premier entschuldigte sich darauf bei der Mutter und führte den Fehler auf seine Sehschwäche zurück. Brown sieht mit einem Auge nichts mehr.

Aber damit nicht genug: Dass Brown sich noch nie mit einer Vorliebe für die Welt der Stars hervorgetan hat, ist bekannt. Doch jetzt hat er öffentlich zwei Hollywood-Größen verwechselt. In einer Fragestunde im Parlament wollte Brown US-Schauspielerin Reese Witherspoon (33) zu ihrer Kampagne gegen häusliche Gewalt gratulieren, die die Oscar-Preisträgerin in London vorstellte. Dabei nannte er sie jedoch „Renée“, wie ihre Schauspielkollegin Renée Zellweger (40), berichteten britische Zeitungen am Donnerstag. Anschließend trat er noch tiefer in den Fettnapf, als er erklärte, Witherspoon habe eine bewegende Rede auf der Beerdigung von Regisseur Anthony Minghella gehalten - es war jedoch Zellweger, die im vergangenen Jahr die Rede gehalten hatte.

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