Vor den Wahlen
Spaniens Arbeitsmarktlage verschlechtert sich

Kurz vor den Neuwahlen in Spanien vermeldet das Arbeitsministerium in Madrid, dass die Zahl der Erwerbslosen im September um 95.817 auf 4,23 Millionen gestiegen ist. Grund ist auch das Ende der Urlaubssaison.
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Wenige Wochen vor den Parlamentswahlen in Spanien trübt sich die Lage am Arbeitsmarkt immer stärker ein. Wie aus den am Dienstag vom Arbeitsministerium in Madrid veröffentlichten Daten hervorgeht, stieg die Zahl der Erwerbslosen im September zum Vormonat kräftig um 95.817 auf 4,23 Millionen. Den größten Aderlass bei Jobs verzeichneten die für Spaniens Wirtschaft besonders wichtigen Dienstleister, weil sich viele Hotels und Restaurants zum Ende der Urlaubszeit von Saisonkräften trennten.

In den Monaten zuvor hatte die spanische Tourismusbranche davon profitiert, dass viele Sonnenanbeter wegen der Unruhen in Nordafrika dortige Urlaubsziele mieden und stattdessen Reisen auf die Iberische Halbinsel, die Balearen oder Kanaren buchten.

Doch im Herbst werden die zusätzlich eingestellten Arbeitskräfte in den Touristenhochburgen nun nicht mehr gebraucht: Eine Entlassungswelle mit 74.590 abgebauten Stellen ist die Folge.

„Dieses Jahr sind die bereits seit Jahren durchwachsenen September-Daten besonders schlecht“, räumte Wirtschaftsministerin Elena Salgado ein, deren Sozialistische Partei (PSOE) bei den Neuwahlen am 20. November um die Macht bangen muss.

Die oppositionelle Volkspartei (PP) unter ihrem Spitzenkandidaten Mariano Rajoy liegt in Umfragen mehr als 15 Prozentpunkte vor PSOE-Kandidat Alfredo Perez Rubalcaba.

Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero tritt nicht mehr an. Die Popularitätswerte des Regierungschefs waren in den Keller gerauscht, als der langjährige Wirtschaftsboom nach dem Platzen einer Immobilienblase in eine Rezession mündete und das Land wegen seiner Schuldenprobleme zudem ins Visier der Märkte geriet. Im zweiten Quartal lag die Arbeitslosenquote mit 20,9 Prozent mehr als doppelt so hoch wie der EU-Durchschnitt. Ende Oktober stehen die Daten zum dritten Quartal an.

Manche Experten erwarten einen weiteren Anstieg: „Wir gehen davon aus, dass die Marke von 21 Prozent überschritten wird“, sagte Ökonomin Estefania Ponte von Cortal Consors.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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