Vor der Stichwahl
Simbabwischer Oppositionsführer wieder frei

Der festgenommene simbabwische Oppositionsführer und Präsidentschaftskandidat Morgan Tsvangirai ist in der Nacht zum Freitag wieder freigelassen worden, wie aus Kreisen seiner Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) bekannt wurde. Unterdessen hat eine Gruppe afrikanischer Nobelpreisträger, Ex-Politiker und Prominenter in einem Offenen Brief freie und faire Wahlen in Simbabwe angemahnt.

HB HARARE/JOHANNESBURG. Tsvangirai wurde am Donnerstag bei Wahlkampfauftritten zwei Mal von der Polizei festgenommen. Das erste Mal wurde er nach zwei Stunden, das zweite Mal erst spät am Abend freigelassen.

Zum Schicksal des Oppositionspolitiker Tendai Biti, der am Donnerstag bei seiner Rückkehr aus Südafrika verhaftet wurde, gebe es aber noch keine Informationen, hieß es weiter.

Er soll nach Polizeiangaben wegen Verrats und Verbreitung falscher Aussagen belangt werden. Wo er festgehalten wird, war aber nicht klar. Tsvangirai tritt am 27. Juni gegen den langjährigen Machthaber Robert Mugabe in einer Stichwahl um das Präsidentenamt an.

Eine Gruppe afrikanischer Nobelpreisträger, Ex-Politiker und Prominenter hat unterdessen in einem Offenen Brief freie und faire Wahlen in Simbabwe angemahnt. In dem am Freitag in mehreren südafrikanischen Zeitungen veröffentlichten Schreiben heißt es: „Eine große Mehrheit der Afrikaner wünsche ein „stabiles, demokratisches und friedliches Simbabwe“.

Die Gruppe, zu der neben den früheren Uno-Generalsekretären Kofi Annan und Boutros Boutros-Ghali unter anderem auch Erzbischof Desmond Tutu und der Sänger Youssou N'Dour zählen, äußerte sich besorgt über die humanitäre Lage und fordert unabhängige Beobachter. In Simbabwe findet in zwei Wochen vor dem Hintergrund eines Klimas der Gewalt eine Stichwahl ums Präsidentenamt statt.

In New York hatte nur wenige Stunden zuvor auch Uno-Nothilfekoordinator John Holmes im Weltsicherheitsrat vor einer sich verschlechternden humanitären Lage in Simbabwe gewarnt. Es sei zudem zu befürchten, dass die nächste Ernte nur ein Viertel des Bedarfs decken werde.

Holmes kritisierte erneut die Regierung des umstrittenen Präsidenten Robert Mugabe, der den ausländischen Hilfsorganisationen die Arbeit untersagt hatte.

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