Vor Führungswechsel
Chinas Führung kämpft mit Korruption und Skandalen

Schwerer Schlag vor dem Führungswechsel in China: Der vertuschte Unfalltod des Sohnes eines engen Vertrauten in einem Ferrari mit zwei schönen Frauen bringt Staats- und Parteichef Hu Jintao in Bedrängnis.
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PekingBei dem schweren Unfall eines schwarzen Ferrari auf Pekings Vierter Ringstraße im März ging es um mehr als schnelle Autos, Sex und einen Playboy am Steuer: Mehr als fünf Monate später gerät dadurch auch der sorgfältig vorbereiteten Machtwechsel an der Spitze der Kommunistischen Partei Chinas ins Schlingern. Bei dem tödlich verunglückten Fahrer handelte es sich um Ling Gu, den Sohn von Ling Jihua - einem engen Vertrauten des scheidenden Staats- und Parteichefs Hu Jintao, wie die Hongkonger Zeitung „South China Morning Post“ und andere ausländische Medien berichten.

Das politische Schwergewicht verlor am Wochenende seinen mächtigen Posten als Leiter der Generalbüros des Zentralkomitees, was mit einem Kabinettssekretär oder dem Stabschef des Weißen Hauses vergleichbar wäre. Bisher war Ling Jihua noch ein Aufstieg ins Politbüro oder gar in das höchste Machtgremium, den Ständigen Ausschuss, prophezeit worden.

Doch wurde der 55-Jährige auf die weniger bedeutende Position des Leiters der Einheitsfront abgeschoben. „Er wurde praktisch kaltgestellt“, sagte der Politikwissenschaftler Zhang Ming von der Volksuniversität in Peking.

Nach dem Skandal um den gestürzten Spitzenpolitiker Bo Xilai und seine wegen Mordes verurteilte Frau ist die lange vertuschte, peinliche Affäre der zweite Skandal, der das Riesenreich erschüttert. Nur drei Tage nach Bos Sturz passierte der Unfall am 18. März. Sofort gab es wilde Spekulationen, weil alle Berichte aus dem Internet beseitigt wurden. Ungewöhnlich war, dass am Tag danach nur die zum Parteiorgan „Volkszeitung“ gehörende „Global Times“ das Foto des zerrissenen Ferraris zeigte und andeutete, bei soviel Zensur müsse es sich um „den Sohn eines hohen Funktionärs“ handeln.

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