Vor G-8-Gipfel
Obama und Hollande stehen für Wachstumskurs

US-Präsident Barack Obama und der neue französische Präsident François Hollande haben sich für mehr Wachstum ausgesprochen. Beide lehnen einen rigiden Sparkurs als Krisenbewältigungsmaßnahme ab.
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WashingtonVor dem G-8-Gipfel in Camp David haben sich US-Präsident Barack Obama und der neue französische Präsident François Hollande gemeinsam für eine auf mehr Wachstum ausgerichtete Politik ausgesprochen. In dieser Frage gebe es eine „Konvergenz" zwischen Washington und Paris, sagte Hollande nach einem Treffen am Freitag im Weißen Haus. Obama erklärte, das Thema Wachstum am Freitag und Samstag im Kreise der G-8 anzusprechen.

„Wachstum muss eine Priorität sein", sagte Hollande, der am Dienstag das französische Präsidentenamt von Nicolas Sarkozy übernommen hatte. Der Sozialist ist gegen den von seinem Vorgänger und der deutschen Bundesregierung verfochtenen strikten Sparkurs in Europa und fordert eine staatliche Förderung des Wirtschaftswachstums. Auch Obamas Regierung hatte in den vergangenen Monaten immer wieder an Europa appelliert, die Konjunktur nicht mit zu harten Sparpaketen abzuwürgen.

Die fehlgeschlagene Regierungsbildung in Griechenland hatte die Krise in der Eurozone zuletzt weiter angefacht. Hollande sagte, er teile mit Obama auch die Auffassung, dass Athen im gemeinsamen europäischen Währungsraum bleiben müsse. Der US-Präsident sagte, beim G-8-Gipfel werde es eine Diskussion geben über „ein verantwortliches Vorgehen bei der Haushaltskonsolidierung, die an eine starke Wachstumsagenda gekoppelt ist".

Bei dem Treffen im Weißen Haus ging es auch um den internationalen Militäreinsatz in Afghanistan. Hollande ließ Obama dabei wissen, dass er an seinem Wahlkampfversprechen eines Abzugs aller französischen Kampftruppen vom Hindukusch bis Jahresende festhalten werde. „Ich habe auch klargemacht, dass es weiterhin eine Unterstützung in einer anderen Form geben wird", sagte Hollande bei der gemeinsamen Pressekonferenz.

Die USA beharren auf dem zwischen der NATO und der afghanischen Regierung vereinbarten Abzugstermin Ende 2014. Obamas Berater für nationale Sicherheit, Tom Donilon, hatte am Donnerstag erklärt, dass Washington einen Beitrag aus Frankreich für den Einsatz bis 2014 erwarte. Dies könne aber auch Ausbildung und Unterstützung von afghanischen Sicherheitskräften oder „andere Formen der Beteiligung" beinhalten, sagte Donilon.

Am Freitagabend beginnt mit einem Arbeitsessen in Camp David der Gipfel der sieben wichtigsten Industriestaaten und Russlands (G-8). Bei dem zweitägigen Treffen auf dem Landsitz von Obama, an dem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teilnimmt, soll es unter anderem um die Schuldenkrise in der Euro-Zone, die Gewalt in Syrien und die Zukunft Afghanistans gehen. Im Anschluss findet am Sonntag und Montag in Chicago der NATO-Gipfel statt, auf dem die Militärallianz die Einzelheiten der Sicherheitsübergabe an Afghanen festklopfen will.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Obama hat gut reden. Die Amis drucken Geld wie blöd, aber da der USD noch immer die Weltleitwährung ist, findet der Verfall des USD weltweit statt, d. h. die Währungsreserven aller Länder in USD werden immer weniger wert. Nach meiner Kenntnis werden 70% des USD außerhalb der USA gehalten.
    Frau Merkel bleiben Sie hart gegenüber Obama und Hollande. Sagen Sie Obama, dass Sie es wie die USA machen werden. Kein Bundesstaat kommt dort für die Schulden eines anderen Bundesstaates auf. Wenn z. B. Kalifornien Pleite geht, dann sind die anderen Bundesstaaten nicht zur Hilfe verpflichtet, dann geht Kalifornien eben pleite. Wir haben diese No-bailout-Klausel, wenden Sie sie an, wozu soll sie sonst gut sein. Obama kann nichts dagegen einzuwenden haben, bei ihm wird es genauso gemacht.
    Hollande soll erst mal die Rente mit 67 in Frankreich einführen, vorher braucht er nicht übers Geldausgeben reden.
    Wir in Deutschland sollten die klügsten Wirtschaftsexperten beauftragen einen Plan B zu entwerfen, wie wir am besten aus der ganzen unseligen Euro-Geschichte mit dem geringstmöglichen Schaden herauskommen. Aber bitte keine Krisenmitverursacher oder Krisenfalscheinschätzer wie Herrn Schäuble, der von einer mehrstufigen „Governance“, einem ESM möglichst mit ihm an der Spitze träumt, deren Ausgestaltung der absolute Horror ist. Er will unbedingt an die Macht. Nein, zur Abwechslung sollten diejenigen gefragt werden, die die Krise verstanden, und deren Folgen richtig vorausgesagt haben.
    Ich meine Menschen wie Prof. Hankel, Prof. Sinn, Prof. Starbatty, Prof. Henkel, und andere, zu denen ich Vertrauen habe, weil ich glaube, dass sie das Wohl unseres Landes im Auge haben, und den volkswirtschaftlichen Sachverstand für diese schwere Aufgabe besitzen. Das Parlament mit all seinen Abgeordneten ist dazu da, zum Wohle des deutschen Volkes zu handeln, aber es sieht so aus, als ob dies in Vergessenheit geraten ist. Wir sind nicht für die Mittelmeerländer zuständig. Kümmern Sie sich um uns.

  • Diese für das deutsche Volk verheerende Politik ist nur möglich vor dem Hintergrund einer fast 70-jährigen systematischen Verblödung durch Geschichtsfälschung. Die heutige Situation ist die Fortsetzung der in Versailles 1920 eingeleiteten Politik mit dem Ziel, Deutschland als Kraftfeld oder Machtfaktor für alle Zeiten auszuschalten. Bis jetzt läuft's gut!

  • Mehr Wachstum in Europa ist leicht zu erreichen: Deutschland tritt aus aus dem Euro und verwendet sein Geld für Zukunftsinvestitionen statt für die Finanzierung von Korruption und Steuerbetrug in den Mittelmeerstaaten. Das bringt uns voran und es hilft auch den Mittelmeerländern und Frankreich. Die dürfen endlich wieder abwerten, hätten eine Chance halbwegs wettbewerbsfähig zu werden und müssten ihre Sch..politik endlich wieder selber verantworten statt Deutschland auszuplündern.
    Europa mit Euro ist am Ende. Es ist zu einer Gemeinschaft zur Plünderung Deutschlands verkommen (solange hier noch was zu holen ist). Frau Merkel muss raus aus dem Euro, bevor er uns endgültig ruiniert. Sie ist dem deutschen Volk verpflichtet und nicht dem amerikanischen Präsidenten! Herr Schäuble gehört auf den Müllhaufen der Politikgeschichte, am besten gleich zusammen mit den Ober-Errettern Gabriel und Trittin. Laßt die doch ihre Rettungs-Allmachtsphantasien im Irrenhaus bei den Möchtegern-Napoleons ausleben. Da gehören die alle hin.

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