Vorbereitung auf die Wahlen
Noch mehr US-Elite-Soldaten müssen in Irak

Wegen der bevorstehenden Verfassungsabstimmung und der Parlamentswahl im Irak schickt das Pentagon 1500 zusätzliche Elitesoldaten in den Irak.

HB WASHINGTON. Zwei Bataillone der 82. Luftlande-Division aus Fort Bragg im US-Bundesstaat North Carolina sollten noch in diesem Monat in den Irak aufbrechen und für 120 Tage dort stationiert werden, teilte das US-Verteidigungsministerium am Mittwochabend in Washington mit.

Die irakische Bevölkerung soll Mitte Oktober über die neue Verfassung des Landes und im Dezember über ein neues Parlament abstimmen. Im Vorfeld der Voten wird mit einer nochmaligen Zunahme von Selbstmordanschlägen und anderen Angriffen Aufständischer gerechnet.

Irak-Soldaten müssen wohl außerdem länger bleiben

Insgesamt verfügen die USA im Irak derzeit über ein Truppenkontingent von 138 000 Soldaten. Diese Zahl könnte Vertretern des Verteidigungsministeriums zufolge vor den Wahlen vorübergehend auf 160 000 Soldaten aufgestockt werden. Dafür müssten Tausende Soldaten, die eigentlich abgelöst werden und in die USA zurückkehren sollten, auch noch nach der Ankunft neuer Truppen im Irak bleiben.

Unterdessen hat US-Präsident George W. Bush seine Irak-Politik angesichts sinkender Zustimmung in der Bevölkerung verteidigt. Im Irak hätten sich ausländische Terroristen gesammelt, sagte Bush am Mittwoch. Ein Abzug der US-Truppen würde sie nur ermutigen und einen Ausgangspunkt für neue Anschläge auf Amerika und die freie Welt schaffen.

Zusammenstöße zwischen radikalen Schiiten und Sicherheitskräften

In der Pilgerstadt Nadschaf kamen bei einem Gefecht zwischen Sicherheitskräften und Anhängern des radikalen Schiiten-Predigers Muktada al-Sadr fünf Menschen ums Leben. Ein Sprecher Al-Sadrs berichtete, elf weitere Iraker seien verletzt worden. Der Nachrichtensender Al-Dschasira berichtete am Abend, ein schiitischer Minister und 21 Parlamentsabgeordnete hätten angekündigt, sie wollten aus Protest gegen das Vorgehen der Sicherheitskräfte in Nadschaf ihre politische Arbeit vorübergehend einstellen.

Im Streit um die neue Verfassung müssen die einzelnen Volksgruppen noch an diesem Donnerstag mehrere wichtige Probleme lösen. Die Kurden und ein Teil der Schiiten befürworten eine föderale Struktur. Die Sunniten und die Anhänger Al-Sadrs warnen dagegen, dass dies zu einem Auseinanderbrechen des Staates führen würde. Im nordirakischen Howeidscha, einer arabischen Enklave im Kurdengebiet, demonstrierten am Mittwoch mehrere hundert Iraker gegen die Verfassung und die Idee des Föderalismus.

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