Vormarsch der Terrorgruppe
Britische Kampfflugzeuge beschießen IS-Ziele im Irak

Bislang waren die Kurden der Terrormiliz IS unterlegen. Doch der Westen hat Waffen geliefert und britische Kampfflugzeuge greifen in die Kämpfe ein. An der Grenze zu Syrien fährt auch die Türkei schweres Gerät auf.
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Istanbul/LondonBritische Kampfflugzeuge haben erstmals Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak angegriffen. Wie das Verteidigungsministerium in London am Dienstag mitteilte, unterstützten die Tornado-Maschinen dabei kurdische Kämpfer, die sich im Nordwesten Gefechte mit IS-Einheiten lieferten. Kurdische Einheiten vertrieben die IS-Miliz zudem aus mehreren Orten im Nordirak. Die Kurden setzten dabei auch schwere Waffen ein, die ihnen vom Westen geliefert worden waren, wie die irakische Nachrichtenseite Al-Mada berichtete. Die US-Luftwaffe unterstützte die Kurden.

Im Norden Syriens konnten die Extremisten dagegen ihren Vormarsch trotz der Luftangriffe der internationalen Koalition fortsetzen. Dort rückten sie bis auf zwei Kilometer an die Stadt Kobane (Arabisch: Ain al-Arab) heran. Zwischen den Stellungen der IS und der Kurden liege nur noch ein freies Feld, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. „Die Kämpfer können sich sehen“, sagte deren Leiter Rami Abdel Rahman.

Im Nordirak hätten die Kurden zwölf Dörfer unter Kontrolle gebracht, die meisten in der Nähe des Ortes Rabia an der Grenze zu Syrien, hieß es aus den kurdischen Einheiten. Auch den Grenzort selbst nahmen sie laut der kurdischen Nachrichtenseite Rudaw ein. Er gilt als strategisch wichtig, weil er die irakischen Kurden direkt mit den syrischen Kurden verbindet, die beide gegen die Terrormiliz kämpfen.

Die irakischen Peschmerga hatten ihre Offensive gegen den IS im Morgengrauen begonnen. Sie griffen nach eigenen Angaben an drei Fronten an. Auch südlich der Stadt Kirkuk konnten sie zwei Orte einnehmen. US-Jets bombardierten ebenfalls IS-Stellungen im Nordirak. Die IS-Kämpfer seien Richtung Syrien abgezogen, berichtete Rudaw.

Ein Kommandeur der Kurden sagte der Nachrichtenseite Rudaw, als nächstes wollten die Peschmerga die Region um die Stadt Sindschar angreifen. Die Extremisten hatten das Gebiet im August von den Kurden erobert. Die Kurden konnten sich nur mit alten Waffen verteidigen. Rund 200 000 Menschen flohen damals vor den Dschihadisten, die meisten von ihnen Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden.

Bei den britischen Luftangriffen seien eine mit schweren Waffen bestückte Stellung sowie ein Fahrzeug der Extremisten beschossen worden, wurde in London erklärt. Die Luftangriffe wurden als erfolgreich bezeichnet. Das Unterhaus in London hatte Ende vergangener Woche den Weg dafür frei gemacht.

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  • Die Türkei ist Nato-Mitglied.

    Mit einem Angriff bzw. Grenzverletzungen zur Türkei käme dies in der Tat einer Kriegserklärung gegenüber der Nato und ihren Verbündeten gleich.

    Sicherlich ist es genau das, was auch von dem IS beabsichtigt ist. Problematisch ist in diesem Fall allerdings, dass nicht Syrien, sondern eine Gruppierung vom Territorium Syriens einen Nato-Partner angreifen würde.

    Dennoch sollte es die Nato nicht davon abhalten, mit voller Kraft den IS zu bekämpfen. Jeder Soldat der IS, der ausglöscht wird, ist eine potenzielle Bedrohung weniger für die Menschen in der Region wie auch für uns. Die Bundesverteidigungsministerin täte gut daran die desolate Bundeswehrausstattung unverzüglich auf Vordermann zu bringen, anstelle von Fototerminen und unglaubwürdigen Schuldzuweisungen. Massive Managementfehler im Verteidigungsministerium und der Bundeswehr bringen uns nun indirekt in Gefahr.

    Es ist die Aufgabe der Bundeswehr an der Seite ihrer Verbündeten in so einer Situation zu kämpfen und nicht nur Lastenesel für Material und Nachschub zu spielen.

  • Die Türkei ist in der Nato - wird sie angegriffen haben wir alle Krieg!

  • Die Türkei stellt mit nur etwa 40% des deutschen Wehretats eine schlagkraeftige Armee auf die Beine. Vielleicht sollten sich die Kasper in Berlin mal von Erdogan beraten lassen wie man das anstellt. Die Inkompetenz der ueberversorgten deutschen Politiker hat jegliche Schmerzgrenze ueberschritten.

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