Vorwürfe in der Uno
Russland: Libyen bildet syrische Rebellen aus

Libyen war unter den Ersten, die den oppositionellen Syrischen Nationalrat anerkannten. Das passt Russland nicht. Der UN-Botschafter des Landes wirft Libyen vor, an der Kampfausbildung syrischer Rebellen mitzuwirken.
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New YorkRussland hat Libyen vorgeworfen, syrische Rebellen im Kampf gegen Präsident Baschar al-Assad auszubilden. Es gebe Informationen, dass in Libyen von der Regierung unterstützte Trainingszentren für Rebellen-Kämpfer existierten, sagte der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin am Mittwoch vor dem UN-Sicherheitsrat in New York. „Das ist vollkommen inakzeptabel (...) Diese Aktivitäten untergraben die Stabilität im Nahen Osten.“

Russland ist der wichtigste Verbündete Syriens. Zusammen mit China hat es bereits zweimal mit seinem Veto eine Syrien-Resolution im Sicherheitsrat verhindert.

Der libysche Ministerpräsident Abdel Rahim al-Kib äußerte sich vor dem Gremium nicht zu den Vorwürfen. Libyen war im Oktober eines der ersten Länder, die den oppositionellen Syrischen Nationalrat als legitime Vertretung des Landes anerkannten. Es sei ein Zeichen der Solidarität nach Libyens eigenem Kampf gegen Machthaber Muammar Gaddafi, hieß es damals.

UN-Angaben zufolge wurden bei der Niederschlagung der seit knapp einem Jahr in Syrien andauernden regierungsfeindlichen Proteste mehr als 7500 Zivilisten durch Sicherheitskräfte getötet.

Der russische UN-Botschafter forderte zudem erneut von der Nato eine Entschuldigung für den Tod von Zivilisten bei den Luftangriffen auf Libyen im vergangenen Jahr. Al-Kib kritisierte dies scharf und erklärte, dazu habe es bereits in Zusammenarbeit mit der Nato eine umfassende Untersuchung gegeben. Er warnte Russland vor diesem Hintergrund vor „politischer Propaganda“.

Auch die UN-Botschafter der USA, Frankreichs und auch Deutschlands wiesen den Vorwurf, die Nato habe Opfer unter den Zivilisten leichtfertig in Kauf genommen, entschieden zurück. „Ich bedaure, dass mein Kollege das Thema unbedingt ansprechen musste“, sagte US-Botschafterin Susan Rice, „aber die implizierten Vorwürfe sind haltlos.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Vorwürfe in der Uno: Russland: Libyen bildet syrische Rebellen aus"

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  • Tja Handelsblatt.

    Ihr schaffts noch nicht mal mehr im Teasertext eine gewisse Neutralität, hieß früher professioneller Journalismus (HaJo Friedrichs und so..) auch nur vorzuspielen.

    Widerwärtig.

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