Während eines Verhörs
FBI tötet Mann mit Kontakt zu Boston-Bombern

Der Mann war eigentlich nur zu einem Verhör geladen worden. Er wurde nicht verdächtigt, in das Attentat von Boston verwickelt zu sein. Doch bei der Befragung wurde der Freund des Attentäters gewalttätig.
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WashingtonDer getötete mutmaßliche Bombenleger von Boston, Tamerlan Zarnajew, soll vor einigen Jahren an einem Dreifachmord beteiligt gewesen sein. Das habe sein damaliger Komplize bei einem Verhör der US-Bundespolizei FBI gestanden, berichteten amerikanische Medien. Der Mann wurde während der Befragung am Mittwoch in Orlando (Florida) von einem Polizisten erschossen, weil er plötzlich gewalttätig geworden sei. Der Beamte sei verletzt worden, erklärte das FBI.

Der Mordfall soll sich 2011 ereignet haben. Tamerlan Zarnajew und sein Freund haben den Angaben der TV-Sender NBC und CBS zufolge damals gemeinsam drei Menschen nach einem misslungenen Drogen-Deal umgebracht.

Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Tamerlan Zarnajew wurde kurz nach dem Terroranschlag auf den Boston Marathon im April bei einer Verfolgungsjagd von der Polizei erschossen. Der nun getötete 27-Jährige werde aber nicht verdächtigt, selbst in den Anschlag verwickelt gewesen zu sein, hieß es.

Bei den Explosionen in Boston waren drei Menschen getötet und mehr als 250 verletzt worden. Ebenfalls tatverdächtig ist der 19-jährige Dschochar Zarnajew, der jüngere Bruder Tamerlans, der nach dem Attentat schwer verletzt festgenommen wurde. Er sitzt in Haft.

Dschochar Zarnajew hatte nach US-Medienberichten in einem Bekennerschreiben erklärt, der Terroranschlag sei eine Vergeltung für die US-Kriege im Irak und in Afghanistan.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Entweder. ... Das FBI ist zu doof, schwach und impotent einen vernehmungszeugen lebendig zu verhören. ... Was mich mittlerweilebei der usa nicht mehr wunderte... Oder der Zeuge wusste und redete zuviel. Am meisten Sinn würde ergeben, dass die US-Behörden alles im Blick haben (abhören + bigbrothertechnologien) und dabei jedoch hin und wieder "kleine Anschläge" sozusagen "erlauben", um über mediale Effekte die Masse noch "direkt" steuern zu können. Das ist mit normalen Mitteln in der informationsgesellschaft sonst nicht möglich. Ich meine, wir reden hier von einem FBI-Verhör und nicht Volkspolizist mit Realabschluss. Diese Welt verkommt immer mehr zu einer Public Relations infowelt, in der man sich die wahrheit durch das mühsame filtern und kombinieren relevanter detailinformationen selbst herausfinden muss. Ich sehe die USA langfristig "ziemlich" tief abstürzen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Ich glaube nicht, dass der sich hätte wehren können. Die heldenhaften Gotteskrieger haben ihn ja erstmal feige mit dem Auto überfahren. Nicht mal zu zweit gegen ein unbewaffnetes und überraschtes Opfer haben sie sich getraut. Wann wird mit denen endlich aufgeräumt?

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