Wahlsystem
Alles oder nichts

Premium„The winner takes it all“, das ist das bewährte Prinzip des britischen Direktwahlsystems. Den Wählern gibt es die Macht, Politiker tatsächlich abzusetzen. Wer muss als nächstes gehen?

Per Referendum hielten die Briten 2011 an der brutalen Schönheit ihres Direktwahlsystems fest. Dessen Prinzip: „The winner takes it all.“ Das System, bei dem in jedem Wahlkreis nur ein Kandidat gewählt wird, brachte klare Mehrheiten und gibt den Wählern die Macht, Politiker wirklich abzusetzen: Diesmal müssen unter anderem der Chef der Liberaldemokraten, Nick Clegg und der schottische Labourchef Jim Murphy mit dem Ende ihrer politischen Karriere rechnen.

Nun aber führt das System zu einer „Krise der Repräsentation“. Der Verfassungsexperte Vernon Bogdanor von der London School of Economics warnt, eine wachsende Zahl von Parteien unterminiere das mit dem Mehrheitswahlrecht verbundene Zweiparteiensystem und bringe „immer...

 
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