Weißrussland
Teddybären sorgen für diplomatischen Eklat

Im Juli fielen über Weißrussland Teddybären vom Himmel mit Protestlosungen gegen die autoritäre Führung. Der Minsker Diktator Lukaschenko gibt Schweden die Schuld und wirft deren Diplomaten raus.
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Stockholm/MinskEine Protestaktion mit Plüschtieren gegen die autoritäre Führung in Minsk hat nun auch zu einem diplomatischen Eklat zwischen Schweden und Weißrussland geführt. Das weißrussische Außenministerium gab am Mittwoch den Abzug seiner Diplomaten aus Stockholm bekannt. Im Gegenzug forderte Minsk das schwedische Botschaftspersonal auf, bis 30. August die Ex-Sowjetrepublik zu verlassen, wie das Ministerium mitteilte.

Zuvor hatte der als letzter Diktator Europas kritisierte weißrussische Staatschef Alexander Lukaschenko bereits den schwedischen Botschafter ausweisen lassen. Schweden protestierte dagegen, die EU will nun Schritte gegen Minsk prüfen.

„Das ist eine kräftige Eskalation durch Präsident Lukaschenko, den offenbar der schwedische Einsatz für Demokratie irritiert“, sagte der schwedische Außenminister Carl Bildt im Radiosender SR. „Ich sehe, dass Lukaschenko als der Rowdy auftritt, der er ja auch auf diplomatischer Bühne ist.“

Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko „wirft jetzt alle schwedischen Diplomaten aus Weißrussland raus“, schrieb Bildt über den Kurznachrichtendienst Twitter. „Seine Angst vor den Menschenrechten erreicht neue Höhen“, fügte er hinzu. Der schwedischen Nachrichtenagentur TT sagte Bildt, Lukaschenko benehme sich wie „der Bengel, der er eben ist“.
Hintergrund des Streits ist der Abwurf Hunderter Teddybären mit Protestlosungen aus einem Kleinflugzeug. An der vom benachbarten Litauen aus gestarteten Aktion sollen schwedische Piloten beteiligt gewesen sein. Der international isolierte Lukaschenko hatte deswegen bereits Luftwaffenchef Dmitri Pachmelkin und General Igor Ratschkowski von den Grenztruppen entlassen.

Die Opposition in Minsk nutzt immer wieder Plüschtiere, weil echten Demonstranten oft brutale Polizeigewalt und Strafprozesse drohen. An den Plüschtieren waren zuletzt Aufrufe für Presse- und Meinungsfreiheit befestigt.

Der weißrussische Geheimdienst KGB ermittelt gegen einen weißrussischen Fotografen, der Bilder der Teddys verbreitet haben soll, und gegen einen Makler, der den schwedischen Piloten angeblich eine Wohnung vermietet hat. Ihnen drohen wegen Beihilfe zur Verletzung der Staatsgrenze bis zu sieben Jahre Haft.

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Britischer Außenminister lobt Schweden

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