Welt in Unordnung: Das furchteinflößende Machtspiel der Großmächte

Welt in Unordnung
Das furchteinflößende Machtspiel der Großmächte

PremiumEin eskalierender Syrienkrieg, unkontrollierbare Flüchtlingswellen, eine angeschlagene Weltwirtschaft: Die bisherige Ordnung, wie wir sie kennen, löst sich auf. An ihre Stelle tritt eines: Ungewissheit. Ein Essay.

DüsseldorKarl-Ludwig Kley lässt sich für gewöhnlich nicht so leicht aus der Ruhe bringen. Der scheidende Chef des Pharmakonzerns Merck ist ein ebenso gelassener wie besonnener Mensch. Sein seröses Äußeres – graues Jackett, hohe Stirn – unterstreichen sein Image als eine Stimme der Vernunft. Fast zehn Jahre lang hat der 64-Jährige mit ruhiger Hand das älteste Pharmaunternehmen der Welt gelenkt – ein Unternehmen, das heute 70.000 Mitarbeiter in mehr als 60 Ländern beschäftigt.

Doch wer mit den Manager über die derzeitige Weltlage spricht, lernt einen anderen Kley kennen. Seine Gesichtszüge werden härter, seine Stimme besorgter. „So viele Krisen wie heute gab es zuletzt in meiner Jugend“, sagt er. Seine Jugend, das war...

 
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