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Chinas Fahrrad-Krieg

Sie sind bunt und sie sind überall: Chinas Großstädte werden von Leihfahrrädern überflutet. Dahinter stehen Start-ups, die von Investoren mit Geld überschüttet werden. Doch die Zweifel am Geschäftsmodell wachsen.
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PekingDie Arbeiter sind mit einem großen, weißen Lastwagen vorgefahren. Dann laden sie die Fahrräder auf den Gehsteig ab. Erst zehn, dann 20, dann 30, bis schließlich 55 orange Zweiräder den Weg am Eingang zur Pekinger U-Bahn an der zweiten Ringstraße füllen. Doch es sind keine normalen Fahrzeuge, sondern Leihräder des Start-up Mobike.
Es vergehen nur wenige Minuten, bis die erste Passantin vor den Rädern stehenbleibt. „Das ist total praktisch“, erklärt sie. Aus ihrem Mantel zückt sie ihr Smartphone. Sie hält die Kamera ihres Gerätes vor einen QR-Code am Rahmen des Fahrrads. Es ertönt ein kurzes Piepen. Dann schnappt das Schloss des Rades auf. „Im Moment gibt es fast jeden Tag Rabattaktionen. Ich fahre fast immer umsonst“, sagt die Passantin. Dann schwingt sie sich auf das Rad und fährt davon.
China war eine Fahrradnation. Doch die Zeiten schienen vorbei. Autos sind ein Statussymbol.

Aber in Chinas Großstädten treten mehrere Start-ups an, Leihfahrräder als bequeme Fortbewegungsmittel zu etablieren. Schließlich sind Autos nutzlos, wenn Chinas Metropolen in Megastaus versinken.
Zwei Anbieter dominieren das Geschäft: Mobike und Ofo. Erst vergangenen Monat konnte Mobike bei einer Finanzierungsrunde 215 Millionen Dollar einsammeln. Hinter der Firma stehen Investoren, wie Chinas führendes Internetunternehmen Tencent und Foxconn, der weltgrößte Auftragszulieferer für Unterhaltungselektronik. Ofo konnte Anfang März sogar 450 Millionen Dollar an Investorengeldern anlocken. Zu den Unterstützern des Anbieters zählt der Smartphone-Hersteller Xiaomi sowie der Fahrdienstanbieter Didi.

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