Welthandel
USA legen im Agrarstreit die Latte tiefer

Die Chancen auf einen Durchbruch bei den festgefahrenen Handelsgesprächen der WTO steigen. Dabei halten USA und EU die Schlüssel in der Hand.

GENF/BRÜSSEL. Vor dem Treffen der wichtigsten Repräsentanten der Welthandelsorganisation (WTO) in dieser Woche in Genf sickerten aus Washington Überlegungen durch, wonach die US-Regierung nicht mehr auf ihre Forderung beharre, die Agrarzölle weltweit um 66 Prozent zu reduzieren. Im Gespräch sei jetzt eine Senkung um etwas mehr als 54 Prozent.

Vor allem die EU hatte die ursprüngliche Forderung der USA als unrealistisch zurückgewiesen. Ein formelles Angebot aus Washington liegt allerdings in Genf noch nicht vor. EU-Diplomaten aus dem Umfeld von Handelskommissar Peter Mandelson signalisierten jedoch, im Streit um die Agrarzölle sei eine Einigung auf der Basis des Vorschlags der G20 möglich. Die Gruppe der Schwellenländer, angeführt von Brasilien, fordert eine durchschnittliche Senkung der Zölle um 54 Prozent.

Die EU hat bisher 39 Prozent angeboten. Sie sei bereit, diesen Wert „deutlich“ anzuheben, sagte ein hochrangiger EU-Vertreter, allerdings nicht bis auf 54 Prozent, denn dies würde das Verhandlungsmandat der EU-Staaten für Mandelson sprengen. Die entscheidende Frage sei nun, ob die USA von ihren „übertriebenen Erwartungen" beim Abbau der Agrarzölle tatsächlich abrückten.

Die Doha-Runde zur Liberalisierung der Weltmärkte war im Herbst 2001 in der katarischen Hauptstadt gestartet worden. Ihr Ziel ist, Zölle und Subventionen für Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistungen stark zu senken und Entwicklungsländern einen besseren Marktzugang zu ermöglichen. „Die Ambitionen der Doha-Runde gehen um das zwei- bis dreifache über das Ergebnis der Urugay-Runde hinaus", betonte WTO-Generaldirektor Pascal Lamy im Gespräch mit Journalisten in Genf. Die letzte Handelsrunde war 1994 abgeschlossen worden.

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