Weltsicherheitsrat
Russland für deutschen Uno-Sitz

Niederlage für Italiens Ministerpräsident Berlusconi: Im Streit um die Uno-Reform stellte sich Russland erneut klar hinter Deutschlands Bestrebungen nach einem ständigen Sitz im Sicherheitsrat.

HB MOSKAU. „Deutschland hat das Recht, diesen Sitz anzustreben, und Russland wird diese Kandidatur unterstützen“, sagte Putin im südrussischen Sotschi nach Gesprächen mit dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Putin schränkte jedoch ein, dass zunächst ein Plan für die Reform der Vereinten Nationen vorliegen müsse, der von der Mehrheit der Mitglieder befürwortet werde.

Italien gilt als Gegner der deutschen Bestrebungen nach einem Platz im Weltsicherheitsrat. Durch das Nein der USA zu den bisher vorgelegten Reformvorschlägen haben die deutschen Pläne jedoch einen schweren Rückschlag erlitten.

Berlusconi hatte am Sonntagabend einen dreitägigen Arbeitsbesuch in Putins Sommerresidenz in Sotschi begonnen. Die beiden Politiker sprachen nach Putins Angaben über eine bilaterale Kooperation in der Energieversorgung und internationale Fragen wie Irak. Der russische Präsident unterhält zu Berlusconi ein ähnlich freundschaftliches Verhältnis wie zu Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Putin hatte sich bereits vor einigen Monaten für Deutschlands Kandidatur ausgesprochen. Deutschland, so Putin im Mai, dürfe nicht länger für seine NS-Vergangenheit gegeißelt werden. Neben Deutschland streben auch Japan, Brasilien und Indien nach einem ständigen Sitz in dem Gremium. Die so genannten G4 streben eine Erweiterung des Sicherheitsrates um zehn auf 25 Sitze an. Um die Zusammensetzung zu ändern, müssen auch die fünf bisherigen Länder im Rat dem zustimmen.

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