Weltwirtschaft
G-7 besorgt über hohen Ölpreis

Die Finanzminister- und Notenbankchefs der sieben führenden Industriestaaten haben sich besorgt über den neuen Höhenflug des Ölpreises gezeigt. Gemeinsam wollen sie dagegen ankämpfen, dass dadurch die Weltwirtschaft außer Tritt gerät.

HB WASHINGTON. Bei einem Treffen in Washington kündigten sie am Freitag (Ortszeit) gemeinsame Anstrengungen diesbezüglich an. „Wir rufen auf zu Investitionen in Erkundung und Produktion (von Ölvorkommen) und in die Energie-Infrastruktur und in Raffineriekapazitäten“, erklärten sie am Vorabend einer Konferenz von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank an diesem Wochenende in Washington. Eine größere Energieeffizienz, Energiesparen und ein breiteres Sortiment von Energieträgern könne das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage verbessern. Zudem müsse die Informationslage über die Ölmärkte optimiert werden, hieß es.

Auch beim Treffen von Mitgliedern des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank an diesem Wochenende in Washington wird der neue Höhenflug des Ölpreisees eines der wichtigsten Themen beim Treffen sein.

Nach Worten von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück befindet sich die Weltwirtschaft trotz der kräftig gestiegenen Ölpreise und wachsender Ungleichgewichte in einer insgesamt günstigen Lage. Der Inflationsdruck sei bislang „überraschend moderat“, sagte Steinbrück zum Abschluss der Konferenz der Finanzminister und Notenbankchefs der sieben führenden Industrieländer (G-7) in Washington am Freitagabend. „Die Ausgangslage, mit der wir es zu tun haben, ist insgesamt günstig einzuschätzen.“

Allerdings rechneten alle G-7-Länder mit einem weiteren Anstieg und starken Schwankungen beim Ölpreis, fügte Steinbrück hinzu. „Das muss aber nicht zwingend bedeuten, dass es zu massiven Einbrüchen kommt.“ Ein Risiko sei aber hierbei die Entwicklung im Atomstreit mit dem Iran, dem viertgrößten Erdölexporteur.

In der Wechselkursentwicklung hofften und rechneten die G-7-Länder mit einem „allmählichen“ Anpassungsprozess, was insbesondere auch für das Wechselkursverhältnis von Dollar und dem chinesischen Renminbi (auch Yuan genannt) gelte, sagte der Minister.

Steinbrück vertrat die Auffassung, dass Europa bei einem ersten Schritt, einer kurzfristigen Quotenerhöhung für vier oder fünf wichtige Schwellenländer, wie China, behilflich sein sollte. Über die konkrete Form der Quotenerhöhung, vor allem zu wessen Lasten sie gehe, sind die Europäer aber laut Steinbrück noch uneins.

Die G-7 sprach sich nach seinen Worten auch dafür aus, dem IWF eine wichtigere Rolle bei der Überwachung der bilateralen und multilateralen Wechselkursentwicklung zu geben. Die Rolle eines „Schiedsrichters“ über die Angemessenheit von Wechselkursen sollte der IWF aber nicht übernehmen. „Der IWF muss aufpassen, dass er nicht zu einer Art Oberlehrer wird“, warnte Steinbrück.

Die G-7 einigte sich darüber hinaus auf eine Liste von 17 der ärmsten Staaten dieser Welt, die in den Genuss eines hundertprozentigen Schuldenerlasses kommen sollen. Dabei geht es nach Steinbrücks Worten um eine Summe von insgesamt 55 Milliarden Euro über mehre Jahre. Es sei dann Sache des deutschen Gesetzgebers, die haushalterischen Voraussetzungen zu schaffen, damit Deutschland seinen Anteil dazu erbringen könne. Beziffern konnte Steinbrück diesen Anteil zunächst nicht.

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