Weltwirtschaftsforum
Wie ein Milliardär Davos erlebt

Er ist Chairman der Bajaj Auto Ltd und einer von 17 indischen Milliardären unter den Teilnehmern. Hauptmotivation zu kommen: Spaß haben und Freunde treffen. Das Weltwirtschaftsforum aus der Sicht eines Superreichen.
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DavosDie meisten der 2500 Delegierten beim Weltwirtschaftsforum (WWF) in Davos werden in schwarzen Kleinbussen der Volkswagen AG von einem Veranstaltungsort zum nächsten befördert. Die Veranstaltung bemüht sich darum, ihre CO2-Bilanz zu verbessern, und eine Fahrerlaubnis für ein Auto zu erhalten ist schwer. Für Milliardäre und Spitzenpolitiker gelten solche Regeln allerdings nicht - vor allem wenn sie Davos- Veteranen und mit dem Gründer der Konferenz, Klaus Schwab, befreundet sind, erklärt Rahul Bajaj.

“Drei Kategorien von Teilnehmern erhalten ein Auto in Davos”, sagt Bajaj, der 74-jährige Chairman von Bajaj Auto Ltd., dem zweitgrößten Motorradproduzenten Indiens und Hersteller der in dem Land beliebten dreirädrigen Auto-Rikscha. Er kommt seit 1979 jährlich in den Schweizer Ferienort, um am WWF teilzunehmen. “Nummer eins sind die Ministerpräsidenten und politischen Führer. Nummer zwei die Doppel-As, die Zugang zum Privateingang haben. Die Nummer drei kann herumfahren, allerdings nicht an viel teilnehmen. Ich bin ein Doppel-A.”

Bei einer Veranstaltung, die den Umweltschutz in den Vordergrund stellt, zählt eine unbeschränkte Fahrerlaubnis zu den am meisten geschätzten Status-Symbolen. Milliardär Bajaj kann dank seiner Plakette mit seinem braunen A8 durch eine Tiefgarage direkt ins Kongresszentrum fahren, wo ihm bewaffnetes Wachpersonal direkten Zugang durch eine Privattür zur Veranstaltung erlaubt.

Bajaj hat zugestimmt, von Bloomberg News einen Tag lang auf dem WWF begleitet zu werden. So kann ein Einblick gewährt werden, wie ein Milliardär die Veranstaltung erlebt.

“Ich gehe aus zwei Gründen nach Davos: Um neue Freunde zu finden und alte Freundschaften zu pflegen”, sagt er. “Und ich gehe, um Spaß zu haben, das Wetter zu genießen und eine Menge zu lernen.”

Der Tag begann für Bajaj mit der Veranstaltung 'Global Financial Context' mit Jamie Dimon, dem Chef von JPMorgan Chase & Co. und Paul Singer, dem Milliardär und Gründer von Elliott Management Corp. Er verließ die Diskussion vorzeitig und machte sich auf den Weg zu einem Privattreffen mit Schwab und etwa einem Dutzend indischer Top-Manager. Auf dem Weg dahin wurde er innerhalb von zehn Minuten sieben Mal von Freunden oder Geschäftspartnern angesprochen: Hussain Dawood, einer der reichsten Einwohner Pakistans und der Milliardär Henry Ross Perot Jr., der Chairman von Hillwood Development Co., zählten dazu. Sie alle lud er zu einem “Absacker” am Abend ins Steigenberger Grandhotel Belvedere ein, wo in den vergangenen Jahren schon Bill Clinton, Angelina Jolie und Bill Gates abgestiegen sind.

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