Wer die Macht hat und sie nicht abgeben will
Ukraine: Die verfeindeten Clans

KIEW. Bei der Präsidentenwahl in der Ukraine an diesem Sonntag geht es auch im die Vorherrschaft von einem der grossen Wirtschaftclans im 47 Mill. Einwohner zählenden grössten Flächenstaat Europas. Denn der nach zehn Jahren jetzt bei der Stichwahl abtretende Amtsinhaber Leonid Kutschma hält nicht nur politisch alle Fäden in der Hand, sein Clan kontrolliert auch weitere Teile der Wirtschaft der Ukraine.

Deshalb wünscht er sich einen Nachfolger seines Vertrauens. Wie zuvor in Russland, als der dortige Kremlherr Boris Jelzin die Macht an seinen damaligen Premierminister Wladimir Putin übertrug und im Gegenzug eine lebenslange Immunitaet vor jedweder Strafverfolgung erhielt, strebt jetzt auch Kutschma das “Moskauer Modell” vom Premier zum Präsidenten an.

Für Kutschma und die Clans steht bei der Wahl viel auf dem Spiel: Ihr Milliarden-Vermögen und ihr priviligierter Zugang bei der Versteigerung von Staatsvermögen, den sie im raffinierten Geflecht von Politik, Abgeordnetenmandaten, Wirtschaft, Medienkontrolle und Familienherrschaft aufgebaut haben.

Kutschmas “Insider-Wirtschaft”, wie die Weltbank das ukrainische Modell nennt, hat die Ukraine zur drittärmsten Nation Europas und einem der korruptesten Staaten der auf dem Globus gemacht: Das Land liegt beim Korruptions-Rating der Schattenwirtschaftsforscher von Transparency International auf Platz 122 von 145 Staaten.

Dabei ist Kutschmas Kandidat, Regierungschef Viktor Janukowitsch kein besonders enger Vertrauter des Kiewer Herrschers: Denn beide entstammen unterschiedlichen Clans:

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