Widersprüchliche Berichte zu Geiselnahmen
US-Soldaten: Irakische Extremisten nehmen weitere Ausländer als Geiseln

In Irak sind laut Agenturberichten weitere Ausländer verschleppt worden. Es soll sich um Italiener und Amerikaner handeln. Die US-Armee lehnte Verhandlungen mit «irgend welchen Terroristen» ab.

HB BERLIN. Aufständische haben in Irak erneut mehrere Ausländer entführt. Laut Agenturberichten sollen westlich der irakischen Hauptstadt Bagdad sechs Ausländer verschleppt worden sein. Die Entführer hätten demnach behauptet, sie hätten vier Italiener und zwei Amerikaner in ihrer Gewalt.

US-Soldaten, die sich nahe des Dorfs Al-Dhahab Al-Abyad aufhielten, sagten, sie wüssten von einigen Amerikanern die als Geiseln genommen worden seien. Nähere Angaben machten sie aber nicht.

Die gekidnappten Ausländer werden laut den Berichten in einer Moschee gefangengehalten. Der Ort werde von Dutzenden schwer bewaffneten Kämpfern bewacht, hieß es.

Die US-Regierung konnte eine Entführung zweier US-Bürger nicht bestätigen. Dem US-Konsulat in Bagdad und der US-geführten Zivilverwaltung lägen keine Informationen darüber vor, dass die US-Bürger gemeinsam mit vier Italienern als Geiseln genommen worden seien, teilte ein Sprecher des US-Außenministeriums in Washington mit. Es werde jedoch noch eine Liste der in Irak befindlichen US-Bürger geprüft, hieß es weiter. Nachfragen bei Firmen in Irak, die US-Bürger beschäftigten, hätten keine Anhaltspunkte für Entführungen ergeben.

Die italienische Regierung hatte am Nachmittag mitgeteilt, es habe keine Informationen über angeblich in Irak entführte Italiener. Ein Sprecher des Außenministeriums sagte laut Nachrichtenagentur AFP, bei allen zivilen und militärischen Quellen sei nachgefragt worden. Eine Entführung könne aber nicht bestätigt werden.

Auch den italienischen Streitkräften in Irak lagen keine entsprechenden Informationen vor. Das berichtet der italienische Rundfunk Rai. Das italienische Rote Kreuz und italienische Nicht-Regierungsorganisationen gaben über die Nachrichtenagentur Ansa bekannt, sie vermissten keinen ihrer Mitarbeiter.

Unterdessen gaben die US-Streitkräfte in Irak bekannt, dass sie sich nicht auf Verhandlungen mit den Entführern von Ausländern einließen. «Wir werden nicht mit irgend welchen Terroristen verhandeln, die irgend welche Personen entführen», sagte der Sprecher der Koalition, Dan Senor. Die US-geführten Streitkräfte verfolgten ein anderes Konzept: die Geiselnehmer gefangen zu nehmen oder sie zu töten.

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