Wieder Tote
Die Sicherheitslage im Irak bleibt prekär

Bei Gefechten zwischen Koalitionstruppen und Anhängern von Schiiten-Prediger Muktada el Sadr sind in der Nacht zum Mittwoch ein Soldat der Multinationalen Division und elf Iraker getötet worden.

HB KERBALA. Das polnische Kommando in Camp Babylon berichtete, der Soldat sei bei einem Einsatz „zur Beseitigung und Entwaffnung der Mitglieder von El Sadrs militanter Gruppe“ in Kerbela ums Leben gekommen. Die Soldaten hätten mehrere Gebäude eingenommen, die zuvor von den Angehörigen der schiitischen „Mahdi-Armee“ besetzt worden waren. Ein Arzt im Allgemeinen Krankenhaus von Kerbela erklärte, bei den Kämpfen seien auch zwei Milizionäre getötet worden. Neun Angehörige der „Mahdi-Armee“ wurden mit zum Teil schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert.

Der arabische Nachrichtensender El Arabija berichtete unter Berufung auf einen Sprecher von Muktada el Sadr, bei einem Gefecht in der weiter südlich gelegenen Stadt Diwanija seien neun weitere Milizionäre getötet worden.

138 000 US-Soldaten sollen bis Ende 2005 im Irak bleiben

Angesichts der unsicheren Lage haben die USA entgegen vorheriger Pläne angekündigt, ihre erhöhte Truppenstärke mindestens bis Ende 2005 im Irak zu belassen.

Das US-Verteidigungsministerium teilte am Dienstag mit, die Armee habe sich entschieden, die erhöhte Truppenpräsenz von derzeit 138 000 Soldaten beizubehalten anstatt sie wie zuvor geplant auf 115 000 zu verringern. Es sei mit einer Phase verstärkter Angriffe von Freischärlern zu rechnen, sagte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. „Aber unsere Leute sind dort, und sie werden dort bleiben.“ Die US-geführten Truppen im Irak sind fast täglich Angriffen von Rebellen ausgesetzt. Die Attacken hatten in den vergangenen Woche stark zugenommen.

Das Verteidigungsministerium informiert nach eigenen Angaben derzeit 10 000 Soldaten sowie 37 000 Reservisten und Nationalgardisten, dass sie in diesem Jahr in den Irak verlegt werden sollen. 20 000 von ihnen würden Truppen im Irak ersetzen, die regulär bereits im April hätten abgelöst werden sollen. Ihre Dienstzeit war aber wegen der angespannten Lage verlängert worden. Die übrigen Soldaten würden im Rahmen der üblichen Truppenrotation in den Irak verlegt, hieß es weiter. Allein im April wurden 129 US-Soldaten im Kampf getötet. Mehr als 750 US-Soldaten starben seit der Invasion des Irak im März 2003.

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