Wieder Tote und Verletzte
Nadschaf und Bagdad kommen nicht zur Ruhe

Die Kämpfe zwischen Milizionären des Schiiten-Predigers Muktada el Sadr sowie irakischen Sicherheitskräften und US-Truppen in Nadschaf dauerten am Freitag an. Nach Krankenhausangaben kamen zwei Menschen ums Leben und sieben wurden verletzt.

HB NADSCHAF/BAGDAD. Kämpfe und Gefechte, die in weniger als zwei Tagen Dutzende Menschenleben kosteten, wurden auch aus Bagdad, Basra und Nassirija gemeldet. Allein in der Bagdader Schiiten-Vorstadt Sadr-City starben nach Angaben des Gesundheitsministeriums 19 Iraker. Ein Sprecher El Sadrs betonte allerdings die Bereitschaft seiner Bewegung, Differenzen auf dem Verhandlungsweg auszuräumen.

US-Flugzeuge feuerten am Freitagmorgen nach Augenzeugenberichten mehrere Raketen auf Stellungen der Sadr-Milizen auf dem Friedhof von Nadschaf ab. Die Kämpfe konzentrierten sich auf das Gelände zwischen dem Friedhof und der Imam-Ali-Moschee, die eines der wichtigsten schiitischen Heiligtümer ist. Die Geschäfte im heiligen Bezirk von Nadschaf blieben geschlossen, Zivilisten wagten sich nicht auf die Straße. Die Auseinandersetzungen in Nadschaf und anderen Orten sind die schwersten, seit vor drei Monaten ein Waffenstillstand den opferreichen Aufstand der Sadr-Anhänger im April und Mai beendet hatte.

Am Donnerstag waren bei den Kämpfen in der südlich von Bagdad gelegenen Pilgerstadt mindestens sechs Iraker getötet und 14 verletzt worden. Sadr-Milizionäre hatten einen US-Hubschrauber abgeschossen, dessen zweiköpfige Besatzung verletzt geborgen werden konnte. Bewaffnete Auseinandersetzungen gab es auch in anderen Schiiten- Gebieten. In Bagdad wurden in der Nacht zum Freitag 15 US-Soldaten bei vier verschiedenen Zwischenfällen verletzt, davon fünf in der Schiiten-Vorstadt Sadr-City, teilte das US-Militärkommando in Bagdad mit. Bei den Kämpfen dort wurden 19 Iraker getötet und 111 verletzt, gab das Gesundheitsministerium am Freitag in Bagdad an.

Im südirakischen Nassirija griffen bewaffnete Sadr-Anhänger Stellungen der italienischen Truppen und öffentliche Gebäude an. Bei den Gefechten kamen am Donnerstag und Freitag sieben Iraker ums Leben, 13 wurden verletzt, berichtete der arabische Nachrichtensender El Dschasira. In der südirakischen Metropole Basra töteten britische Soldaten am Donnerstag zwei Angreifer, als sie von Sadr-Milizionären beschossen wurden, sagte eine Sprecherin des britischen Militärs.

Iraks Innenminister Falah el Nakib beschuldigte am Donnerstag die Sadr-Milizen, mit Angriffen auf Polizeiwachen die neueste Welle der Gewalt ausgelöst zu haben. Ein Sprecher der Sadr-Bewegung in Bagdad bestritt dies. „Wir betonen unsere Bereitschaft, diese Angelegenheit auf dem Verhandlungsweg zu lösen“, erklärte Mahmud el Sudani am Freitag gegenüber El Dschasira. Es sei auch „natürlich“, dass Ereignisse im heiligen Nadschaf Auswirkungen auf andere Schiiten- Gebiete haben, fügte er hinzu.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%